Vietnam & Kambodscha - Von Hanoi nach Bangkok '11

Kambodscha - Phnom Penh und Angkor

13. Tag (30. November)

Wir verlassen heute Vietnam und machen uns auf den Weg nach Kambodscha. Zuerst müssen wir uns vier Taxis organisieren um vom Hotel zur Busstation zu kommen. Dies alleine ist schon eine echte Herausforderung bei diesem Verkehr. Wir schaffen es und schlängeln uns durch den Verkehr. Dort angekommen steigen wir aus und erkennen zuerst gar nicht wo der Bus abfahren soll. Nach einer gewissen Weile sehen wir die anderen und gesellen uns dazu. Der Bus steht auch bereits bereit und wir warten trotzdem bis andere Leute eingestiegen sind, als plötzlicher der Bus wegfährt. Wie uns gleich erklärt wir darf der Bus hier nur kurz halten, da es nämlich keine Busstation gab, sondern die Busse nur einfachen am Straßenrand standen. Als der Bus um den Block gefahren ist konnten auch wir einsteigen und das Gepäck wurde verladen.

So begann also unsere Fahrt nach Kambodscha. Nach ca. zwei Stunden haben wir die Grenze erreicht. Der Übertritt verlief auch problemlos. Ich war nur sehr irritiert, dass jeder erkennungsdienstlich behandelt wurde. D.h. man musste seine Fingerabdrücke abgeben und wurde fotografiert. Ich möchte jetzt lieber nicht wissen an welche Staaten diese Daten verkauft werden. Ich war echt ein bisschen geschockt. Jedoch muss ich sagen, dass es in Kambodscha viel ruhiger abläuft und viel mehr Grün zu sehen ist als in Vietnam. Gleich hinter der Grenze halten wir zum Mittagessen an, aber ich habe keinen Hunger.

Nach einer weiteren Stunde erreichen wir den Mekong und setzen mit der Fähre über. Währenddessen können wir aussteigen und auch ein paar Bilder machen. Die bettelnden Kinder sind nicht so angenehm, gehören hier aber wohl zum Alltag. Nach einer weiteren Stunde erreichen wir endlich Phnom Penh und checken im einem Gästehaus ein.

Gleich anschließend machen wir eine Stadtbesichtigung mit einem Tuk Tuk. Wir fahren zum Hügel Wat Phnom

und besichtigen dort einen Budda Tempel, der sehr schön ist. Etwas weiter machen wir Station am Gedenkplatz der Frau, die der Stadt ihren Namen gegeben hat. Die Stadt an sich, und auch die Sehenswürdigkeiten machen sie bereits jetzt zu einer Stadt in der man sich ein paar Tage wohlfühlen kann.

Zum Abschluss unserer Tour schauen wir uns noch den Unabhängigkeitsplatz an und machen zuletzt einen Stopp am Königspalast, den ich unbedingt noch sehen will. Doch bereits heute ergeben sich tolle Fotomotive im Abendlicht.

Danach machen wir uns direkt auf zur Happy Hour in einer Bar und gehen gleich danach in einem netten Restaurant mit Blick auf den Fluss essen. Anschließend dachte ich wir gehen noch in eine Bar mit Live Musik, aber wir landen in einer Diskothek in der nichts los ist. So verschwinde ich wieder nach einem Bier und finde meinen Schlaf.

14. Tag (1. Dezember)

In unserem Gästehaus gibt es kein Frühstück. Deshalb bin ich heute morgen ans Flussufer und habe auch ein Restaurant gefunden, in dem ich auf der Terrasse mit Blick aufs Wasser, mein Frühstück heute morgen genießen konnte. Dabei scheint die Sonne wieder vom strahlend blauen Himmel ohne Smog. Es ist einfach herrlich.

Wir fahren mit dem Bus zum Foltergefängnis der Roten Khmer, die dort zwischen 1975 – 1977 ihre Gefangenen gefoltert und anschließend getötet haben. Beim sogenannten „Security Office 21“ oder kurz S-21 handelte es sich um eine ehemalige Schule, die kurzerhand in eine Gefängnis umgewandelt wurde. Darin sind in dieser Zeit mehr als 20.000 Menschen gefoltert und anschließend auf den sogenannten „Killing Fields“ ermordet worden. Als wir mit unserem Reiseleiter das Gelände betreten fallen gleich 14 Gräber auf. Es sind die einzigen 14 Tote die man bei der Befreiung des Gefängnisses dort vorgefunden hat.

Wir kommen zuerst in die Folterzellen, in denen die Gefangenen auf ein Gitterbett geschallt und dann teilweise bis zum Tod gefoltert wurden. Dabei wurden Methoden angewendet um Informationen zu erhalten wie: Prügeln, Peitschen, Nägel und Brustwarzen ausreisen, Daumenschrauben, Elektroschocks und im Wasser untertauchen bis zur Bewusstlosigkeit. Es war für die Gefangenen zudem verboten zu lachen, zu weinen, zu sprechen oder auf irgendeine Art zu kommunizieren. Bei Zuwiderhandlung wurde geprügelt oder mit Elektroschocks bestraft. Wer dies überlebt hat wurde anschließend auf den sogenannten Killing Fields erschlagen und in Massengräber verscharrt. Die Familie eines Gefangenen wurde gleich mit verhaftet und getötet um möglichen Racheakten vorzubeugen. Nach ca. eineinhalb Stunden sind wir danach weiter zu den Killing Fields von Choeung Ek gefahren. Wer bisher noch nicht geschockt war, war es hier auf jeden Fall. Nicht allein die Massengräber sondern auch die Tatsache das Babys an Bäumen totgeschlagen, oder in die Luft geworfen und mit Spießen aufgespießt wurden hat alle sprachlos gemacht.

Den Nachmittag haben wir zur freien Verfügung. Zuerst gehe ich zu Fuß durch die Straßen und erreiche den Zusammenfluss des oberen Mekong mit dem Tonle Sap River, dem Bassac River in den unteren Mekong, der hier wohl mehr als zwei Kilometer breit ist. Ziemlich beeindruckend. Ich entschließe mich als Kontrastprogramm den Königspalast anzuschauen, der um 14.00Uhr geöffnet hat. Es sind sehr schöne Gebäude, die alle in Gelb gehalten sind und in der Sonne wie Gold leuchten. Ich bin sehr beeindruckt vor allem von der Thronhalle und der Silberpagode. Um mein Sightseeing noch abzurunden habe ich auch noch das National Museum besucht, wobei das Gebäude im Gegensatz zum Königspalast ganz in Rot gehalten ist. Die Exponate stammen hauptsächlich aus Angkor und machen mich noch gespannter darauf diese Ruinenstadt zu besuchen. Morgen geht es dort hin.

Zum Abendessen gehen wir ins recht bekannte Foreign Correspondent's Club of Cambodia (FCC), welches hier gleich um die Ecke liegt. Anschließend verschlägt es uns noch auf ein weiteres Bier ins Riverhouse.

15. Tag (2. Dezember)

Heute war ein langer Tag. Wir starteten zur üblichen Zeit mit einem privaten Bus und fuhren nach Norden, nach Siem Reap. Zuerst fahren wir rund eine Stunde aus der Stadt hinaus und halten kurz am Straßenrand, weil dort Lotosfrüchte verkauft werden. Wir probieren die Erbsen, die wir dort herausholen, indem wir die Schale aufbeißen und das Innere essen. Der Geschmack ist wirklich etwas nussig und schmeckt gut. Gleich anschließend machen wir unseren ersten Stopp in der sogenannten Spinnen Stadt. In dieser Gegend solle es sehr viele Spinnen geben, die deshalb auch frittiert auf dem Markt angeboten werden. Es gibt aber auch Heuschrecken und Kakerlaken. Diese schenke ich mir, aber von einer Spinne habe ich mal einen Fuß und zudem eine ganze Heuschrecke versucht. Wenn man nicht genau hinsieht schmecken die Sachen gar nicht so schlecht, aber es muss auch nicht wirklich sein.

Nach einer Weile geht es mit DJ Jimmy und sehr guter Musik weiter und die Stimmung steigt. Die Landschaft ist grün und der Himmel heute mal wieder schön blau. Ich schaue meistens während der Fahrt aus dem Fenster. Die Reisfelder stehen im leuchtenden Grün und dazwischen immer wieder Palmen.

Gegen Mittag machen wir einen Stopp an einem Touri Restaurant und essen zu Mittag. Auch hier ist es mal wieder lecker. Kurz nachdem wir wieder losgefahren sind mussten wir allerdings noch einen weiteren, ungeplanten Zwischenstopp einlegen. Wir hatten einen platten Reifen. Der Radwechsel ging aber erstaunlich zügig von Statten, so dass es schnell wieder weiter ging.

Unseren Höhepunkt des Tages erreichen wir gegen Spätnachmittag. Am größten See Südostasiens, dem Tonle Sap steigen wir in ein Boot und besuchen ein Floating Village. Es sollen hier rund 5.000 Menschen in Häusern auf Stelzen mehr oder weniger mitten im See leben. Es sind auf jeden Fall unzählige Häuser an denen wir vorbeifahren. Irgendwann ändert es sich dann und es sind nur noch schwimmende Häuser zu sehen. Dadurch das wir etwas später dran sind haben wir perfektes Abendlicht um zu fotografieren. Wir alle sind von diesem Dorf sehr beeindruckt.

Von hier aus ging es danach noch eine gute Stunde weiter nach Siem Reap, wo wir in der Dunkelheit angekommen sind. Das Hotel ist das bisher größte in dem wir bisher waren und hat tolle Zimmer. Es war heute ein rund um schöner Tag und ich hatte während der Busfahrt zum ersten Mal auf dieser Reise das Gefühl wieder einmal unterwegs zu sein. Herrlich! Morgen geht es dann zu den weltberühmten Tempeln von Angkor. Ich bin mal gespannt und freue mich drauf. Jetzt aber erst ein mal Abendessen. Ich habe Hunger.

Wir fahren mit einem Tuk Tuk zur Pub Street, in der Restaurants und Diskotheken in einer Reihe neben einander stehen. So essen wir im Tempel Restaurant und gehen danach ins Angkor Whats um uns zu bewegen. Um Mitternacht habe ich mich schließlich auf den Rückweg gemacht.

16. Tag (3. Dezember)

Nach dem Frühstück sind wir mit dem Bus nach Angkor gefahren. Am Eingang kaufen wir unsere Eintrittskarte und bekommen einen speziellen Ausweis mit Foto. D.h. wir sind nun offiziell akkreditiert und dürfen die Tempel besuchen. Als erstes sehen wir im Vorbeifahren Angkor Wat, den berühmtesten Tempel des ganzen Gebietes. Unser Ziel ist jedoch Angkor Thom, dem größten Komplex des ganzen Gebietes. Als wir dort ankommen müssen wir mit dem Bus durch das West Tor in die Stadt einfahren. Hier herrscht ziemlich großes Chaos und wir benötigen allein dafür zehn Minuten. Vor dem Tor befindet sich ein Wassergraben, der bereits eine Breite von über fünfzig Meter hat und sehr beeindruckend ist. Durch das Tor durchgefahren eröffnet sich ein recht normaler Urwald. Da die Häuser damals sind aus Holz gebaut worden sind existieren diese nicht mehr, sondern nur noch die aus Stein errichteten Tempel. Wir umkurven Bayon und sind schon durch den Anblick aus dem Bus beeindruckt. Hier steigen wir aus und begingen unseren Rundgang. Leider, aber verständlicherweise ist dies ein sehr touristischer Ort und so sind auch noch einige andere Touris da. Wir durchwandern die große Anlage mit ihren vielen Türmen und Mauern, auf denen es jede Menge Schnitzereien und Abbildungen zu sehen gibt. Dann erklimmen wir die Pyramide. Eine steile Treppe führt nach oben, wo wir rund eine Stunde verbringen. Es gibt so viele Motive zu sehen und zu entdecken das man kaum aufhören kann zu schauen.

Als wir Bayon wieder verlassen haben gehen wir zu Fuß zum Baphuon Tempel mit seinem lang gezogenen Catwalk davor. Auch diesen Tempel besteigen wir über sehr steile Treppen. Der Blick ist sehr schön und es ergeben sich einige schöne Perspektiven und Ausblicke. Obwohl die Tempel recht hoch gebaut sind und wir ganz oben stehen sieht man leider keine weiterem Tempel um sich herum, da sich die Bäume noch viel höher in den Himmel erstrecken. Es macht die ganze Sache aber auch geheimnisvoller und damit reizvoller, denn erst als wir den Tempel verlassen wollen entdecken wir in seiner Außenwand einen riesigen liegenden Buddha. Man denkt automatisch an irgendwelche Abenteuerfilme.

Gleich nebenan befindet sich der Royal Palace in dem der König des Reiches gewohnt hat. Hier will nun keiner mehr von uns nach oben steigen. Deshalb passieren wir auf dem weiteren Weg das Schwimmbad der Konkubinen und des Königs selbst. Die Ausmaße sind gewaltig. Das Becken ist sicherlich mehrere hundert Meter lang und fünfzig Meter breit. Das private Becken des Königs erreicht immerhin noch olympische Dimensionen. Wir verlassen den Royal Palace durch ein Tor zu der Terrace of the Elephants, die ihren Namen durch die eingemeißelten Elefanten erhalten haben und früher einfach wohl zu Repräsentationszwecken verwendet wurden.

Nun ist Mittagessen angesagt und wir fahren in die Nähe von Angkor Wat. Nach dem Essen verabschieden sich alle aus der Gruppe, außer Jimmy und ich um ins Hotel zurück zu fahren. Wir beiden schauen uns an und verstehen die Welt nicht mehr. Haben wir irgendetwas verpasst? Wir waren gestern Abend jedoch die einzigen die nur Bier getrunken haben. Die anderen hatten alle Cocktails mit entsprechend Eis. Nun ja, so haben wir zwei die Tour am Nachmittag fortgesetzt. Wir hatten also einen großen Bus, unseren Fahrer und unseren Reiseleiter nur für uns.

Wir fuhren also zurück zum Bayon Tempel um noch ein paar Aufnahmen zu machen. Fahren als nächstes durchs Osttor hinaus um kurz an einer verwunschen Mauer zu halten und machen uns danach weiter auf den Weg Richtung Banteay Srei Tempel, der rund dreißig Kilometer Abseits liegt. Dabei kommen wir noch an anderen Tempeln vorbei, die wir morgen noch besuchen wollen. Nach einer halben Stunde errichten wir Banteay Srei. Dabei handelt es sich um einen Tempel der sich anders als die anderen erweist. Er ist viel kleiner und aus rotem Sandstein erbaut. Die Schnitzereien sind jedoch deutlich detailreicher und üppiger. Vor der Rückfahrt bleibt noch Zeit um eine Kokosnuss zu trinken und sich im Schatten etwas zu erholen. Wieder zurück im Zentrum der ganzen Tempelanlagen halten wir am Pre Rup Tempel, auf dem wir den Sonnenuntergang anschauen werden. Dieser Tempel wiederum ist nur aus roten Ziegelsteinen erbaut und gibt natürlich im Licht der untergehenden Sonne einen tolle Farbe ab.

Nun ja, ich kaufe mir noch ein Bier um oben auf dem Tempel den Sonnenuntergang zu genießen. Die Aussicht auf den umliegenden Dschungel ist sehr schön. Als die Zeit des Sonnenuntergangs immer näher rückt, scheint eine ganze Armee den Tempel zu stürmen. Plötzlich sind mehrere Dutzende Leute da und fuchteln mit ihren Kameras in der Gegend herum. Ein Phänomen dabei ist, dass die meisten davon zwei Sekunden nach Sonnenuntergang bereits anfangen wieder zu verschwinden, dabei kommen auch heute wieder einmal die Farben erst nach einigen Minuten richtig zur Entfaltung. Jedenfalls genieße ich das Szenario und begebe mich langsam zurück zum Bus um einen langen Tag zu beschließen.

Am Abend als wir ins Hotel zurückkehren sind alle platt. Deshalb gehen wir gleich hier zum Abendessen, wobei sich jeder anschließend sehr früh zurück zieht und den Abend beendet.

17. Tag (4. Dezember)

Wir stehen heute morgen sehr früh auf, weil wir den Sonnenaufgang über dem Tempel von Angkor Wat erleben wollen. Mehr als eine Stunde vor Sonnenaufgang sitzen wir im Bus und fahren Richtung Tempel. Es ist bereits sehr viel los. Eine ganze Schlange von Bussen ist unterwegs. Heute findet auch noch ein Halb Marathon statt, so dass es wahrscheinlich mehr Leute sind als üblich. Zum Angkor Wat Tempel strömen nur so die Massen. Wir stellen uns auch zu den Massen und versuchen noch einen Platz zu ergattern und zu verteidigen. Der Sonnenaufgang war leider nicht so wahnsinnig spektakulär, da ziemlich bewölkt.

Der Rest der Gruppe ist anschließend ins Hotel zurück gefahren. Jimmy und ich sind jedoch geblieben und haben uns den Angkor Wat Tempel angeschaut bevor die Massen eingefallen sind. Im Licht der morgendlichen Sonne haben sich sehr schöne Motive ergeben. Um 9:00Uhr kommen die anderen wieder und ich schaue mir den Tempel mit ihnen zusammen nochmals an. Es ist schon eine riesige Anlage, die sich im Ganzen über mehr als einen Quadratkilometer erstreckt. Der höchste Turm erreicht immerhin eine Höhe von 65m. Bei der Anlage handelt es sich um eine der größten der Welt, die für religiöse Zwecken genutzt wurde. Es imponiert unglaublich. Die drei unterschiedlichen Ebenen erreicht man nur über sehr steile gerade Treppen. Für die Touristen wurden jedoch Holztreppen angebracht, die jedoch kaum weniger steil sind, aber ein Geländer besitzen. Von oben hat man einen sehr schönen Ausblick auf die umliegenden Gebäudestrukturen der Anlage.

Als wir wieder unten sind steigen wir in den Bus und fahren zum Tempel Ta Prohm, dem sogenannten Tomb Raider Tempel, der umgangssprachlich diesen Namen erhielt, nachdem dort der gleichnamige Film gedreht wurde. Es ist der einzige Tempel der Gegend der nicht vollständig vom Bewuchs befreit wurde. Es sind zahlreiche Bäume zu sehen, die einfach auf den Mauern der Anlage wachsen. Hier kommt wirklich das Gefühl auf als ob man sich mitten im Urwald befindet und gerade auf eine verfallene antike Stadt getroffen ist. Leider heben die hunderte von Touristen dieses Gefühl an vielen Stellen wieder auf. Nichtsdestotrotz ist es toll durch die verfallene Anlage zu laufen und die riesigen Wurzeln, die sich über und durch die Mauern winden anzusehen.

Nach diesem Tempelbesuch bin ich doch recht schlapp und fahre mit den anderen zurück ins Hotel, mache dort eine Pause um hinterher nochmals mit einem Tuk Tuk für den Sonnenuntergang zurück zu fahren.

Katrin und ich schnappen uns also ein Tuk Tuk und fahren nochmals in den Nationalpark. Als wir an Angkor Wat vorbeikommen halten wir spontan an uns schauen uns die Tempelanlage nochmal im Abendlicht an. Es gibt schöne Fotos und so bleiben wir eigentlich länger als gedacht. Als wir wieder zurück sind fahren wir weiter zum Phnom Bakheng Tempel um uns dort den Sonnenuntergang anzuschauen. Vor dem Aussteigen aus dem Tuk Tuk kommt noch ein nettes Mädchen auf uns zu und verkauft Bier. Es ist schon komisch einfach nur dekadent sitzen zu bleiben und sich bedienen zu lassen.

Anschließend marschieren wir los und unser Fahrer wartet derweilen. Es geht auf einen Hügel hoch. Es sind natürlich zahlreiche Touris auf dem gleichen Weg. Wie ich weiß werden jedoch nicht mehr als 300 Personen gleichzeitig auf den Tempel gelassen. Es bildet sich deshalb am Eingang eine Warteschlange. Einige Minuten später ist es so weit und wir dürfen die originalen und sehr steilen Stufen nach oben klettern. Diese sind so steil das man auch die Hände braucht um nicht aus dem Gleichgewicht zu kommen.

Oben ergibt sich eine schöne Aussicht. Es ist sogar zwischen den Bäumen Angkor Wat zu sehen. In Richtung Westen kann man das große Bassin erkennen, und natürlich jede Menge Wald aus dem überall Rauch aufsteigt, weil die Einheimischen Kohle zum Essen machen verfeuern und natürlich auch ihren Müll.

Der Sonnenuntergang ist nicht so spektakulär, aber sehenswert. Auf dem Rückweg in die Stadt lassen wir uns gleich in der Pub Street absetzten und wollen was essen gehen. Dabei treffen wir noch die anderen und trinken erst einmal ein Bier. Wie sich heraus stellt wollen die meisten jedoch Street Food essen gehen und anschließend auf den Markt. Katrin und ich haben dazu aber keine Lust und gehen deshalb in ein Restaurant, anschließend noch ein Bier trinken und dann wieder zurück ins Hotel.

18. Tag (5. Dezember)

Heute morgen stehe ich wieder früh auf. Bevor wir nach Battabang aufbrechen wollen Jimmy, Katrin und ich noch einen Ultraleichtflug über die Tempel machen. Also schnappen wir uns wieder ein Tuk Tuk und fahren zu SkyVenture. Als wir dort ankommen ist noch niemand da und wir warten zunächst einmal. Aber kurz vor 7.00Uhr taucht Eddie dann doch noch auf, holt schnell die Maschine aus dem Hangar und lässt sie warmlaufen. Ich werde der Erste sein der heute mit fliegen wird. So bekomme ich noch die Kopfhörer, und den Helm aufgesetzt und dann kann es auch schon los gehen. Eddie gibt Gas und nach wenigen Minuten heben wir auch schon ab. Da wir drei heute nicht viel Zeit mitgebracht haben gibt er richtig Gas und erhöht die Reisegeschwindigkeit auf alles was geht. Erstaunlicherweise ist es trotz kurzer Hose und T-Shirt nicht wirklich kalt in der Luft.

Schon alleine der Überblick über das ganze Gebiet ist klasse. Wir fliegen erst ein wenig nach Norden und machen dann die Route in umgekehrter Richtung, damit wir noch ein paar Minuten gewinnen in der die Sonne höher steigt. Die ersten Tempel sind jedoch gleich nach dem Start zu sehen. Es ist echt eine tolle Sicht heute morgen. Als wir dann näher kommen erkenne ich erst, oder besser, wird mir erst klar welche Ausmaße die Anlagen einnehmen. Dies erschließt sich einem am Boden kaum, obwohl man mit dem Bus die ganzen Strecken abfährt. Der Höhepunkt der Tour ist natürlich der Blick auf Angkor Wat, welches sehr leicht zu erkennen ist und sich in seiner ganzen Dimension zu erkennen gibt. Andere Tempel wiederum sind kaum oder gar nicht zu erkennen. So zum Beispiel der Tomb Raider Tempel. Was am Boden die Sache spektakulär macht, nämlich das die Bäume auf dem Gemäuer wachsen macht es aus der Luft eigentlich unkenntlich, da es keinen Unterschied zum restlichen Wald gibt. Fotos mache ich jede Menge, aber ich habe keine Ahnung was für welche, den auf Grund des Helms mit Visier kann ich nicht durch den Sucher der Kamera blicken. Aber egal, ich genieße es sowieso im wahren Leben viel lieber. Leider geht der Flug natürlich viel zu schnell zu Ende. Aber so ist es nun mal und ich bin auf jeden Fall begeistert.

Nachdem Jimmy und Katrin auch noch geflogen sind werden wir vom Tuk Tuk Fahrer wieder ins Hotel zurück gebracht. Dort schnappen wir noch schnell unsere Sachen und fahren gleich mit dem Bus nach Battanbang. Auf dem Weg dort hin machen wir noch einen Stopp an einer Seiden Farm. Hier wird uns gezeigt wie Seide gewonnen und verarbeitet wird. Es ist erlebnisreicher als ich gedacht hatte und so vergeht die Stunde schneller als erwartet. Es ist schon ein sehr mühsames Geschäft Seide herzustellen und irgendwie dachte ich, dass wir es als Verbraucher gar nicht richtig zu schätzen wissen.

Den nächsten Stopp legen wir zum Mittagessen ein. Es ist ein Projekt in dem Kinder aus armen Verhältnissen zu Bildung verholfen wird. Wir unterstützen dies indem wir dort zu Mittag essen und und die Arbeit in den einzelnen Projekten zeigen lassen. Da ich im Laden nichts zu kaufen gefunden habe dachte ich das es wohl eine gute Tat ist wenn ich etwas spenden werde.

Schließlich erreichen wir unser Hotel, checken ein und machen uns wenig später noch auf den Weg zum Bambus Zug. Dorthin sind wir mal wieder mit den Motorrollern unterwegs, was uns allen mal wieder viel Spaß macht. Dort angekommen stellen wir schnell fest, dass es sich um etwas besonderes handelt. Auf einem kleinen Abschnitt der ehemaligen Bahnlinie zwischen Phnom Penh und Bangkok, die seit Jahrzehnten stillgelegt ist haben sich Einheimische eine spezielle Art von Gefährten ausgedacht um sich fortzubewegen. Es werden zwei Achsen verwendet auf denen eine Plattform aus Bambus montiert ist. Der Antrieb erfolgt über einen kleinen Viertaktmotor, wohl aus einem Moped. Über einen Keilriemen wird eine Achse direkt angetrieben indem der Motor nach hinten verschoben wird bis der Riemen entsprechend Spannung hat. Einfach aber sehr effektiv. Die Schienen selbst sind natürlich krumm und schief und an den Schienenzwischenfugen gibt es immer harte Schläge, aber mit der Bahn unterwegs zu sein macht viel Spaß und ist ein tolles Erlebnis. Da jedoch derweil an der Wiederinbetriebnahme der Strecke gearbeitet wird sind die Zeiten des Bambus Zuges wohl gezählt und ich bin froh, dass ich es noch erleben durfte.

Nach einer Stunde sind wir wieder zurück am Ausgangspunkt der ungewöhnlichen Zugfahrt und fahren mit den Motorrollern die staubige Piste zurück in die Stadt, nehmen eine Dusche und gehen anschließend noch gemeinsam Essen, bevor wir den heutigen Tag früh beenden.

19. Tag (6. Dezember)

Den ganzen heutigen Tag verbringen wir im Bus, denn wir wollen zum Fluchtpunkt unserer Tour, nämlich Bangkok in Thailand. Zuvor wechsele ich noch meine Dollars in Baht und dabei geht wieder ein Abschnitt der Reise zu Ende. Wir brechen etwas früher auf als an den anderen Tagen und brauchen mit Pause ca. dreieinhalb Stunden bis zur Grenze. Dort steigen wir aus dem Bus aus und lassen unser großes Gepäck einfach zurück. Es ist schon ein komisches Gefühl wenn jemand anderes deine Sachen über die Grenze trägt. Wer weiß was hinterher alles noch zusätzlich im Rucksack ist, oder was fehlt.

An der Grenze geht es recht schnell, da gerade ein neuer Schalter geöffnet wird als wir ankommen. Es gibt wieder neue Stempel in den Pass und wir sind drüben im Königreich Thailand. Dort warten wir zunächst einmal, weil die Minivans noch nicht da sind und unser Gepäck ebenfalls nicht. Aber wir sind ganz entspannt. Schließlich geht alles Glatt, die Minivans sind da und das Gepäck ist bereits verladen.

Gleich hinter der Grenze erkennt man, dass es einen sehr großen Unterschied zwischen Kambodscha und Thailand gibt. Es wirkt alles gleich um eine Stufe aufgeräumter. Ich bin mal gespannt.

Die Fahrt verlief problemlos, rund um Bangkok war jedoch noch Reste der Flut zu sehen, auch in der Innenstadt lagen vereinzelt noch Sandsäcke herum. Im Hotel angekommen checken wir ein. Es ist nicht besonders schön aber zweckmäßig, wie so vieles in Asien. Am Abend machen wir uns gemeinsam auf den Weg zum Abendessen. Zuerst benutzen wir hier für 8 Baht einen Stadtbus. Als wir diesen besteigen werden wir angeschaut wie Außerirdische, da Ausländer hier wohl eher selten Stadtbus fahren. Im Lokal angekommen esse ich heute Abend Strauß, der auch sehr lecker ist. Danach machen wir uns auf den Weg in die bekannte Khaosan Road und gehen in eine Bar mit Live Musik um anschließend in einer Bar mit Pool Billard zu landen. Auf dem Rückweg nehme ich ein thailändisches Tuk Tuk zum Hotel zurück.

20. Tag (7. Dezember)

Heute Morgen ist die Tour zu Ende und die Leute haben wieder eigene Pläne. Jimmy bleibt noch bis zum Mittag im Hotelzimmer, weil sein Flug erst gegen Nachmittag gehen wird. Ich gehe hinunter zum Frühstück und stelle fest, dass dieses nicht so der Bringer ist, treffe dort aber noch auf Katrin. Wir verabreden uns kurz und gehen im Anschluss ans Frühstück gemeinsam zum Grande Palace, dem Sitz des Königs um diesen, mit Gold überhäuften Palast anzuschauen. Man kommt aus dem Staunen kaum raus wie viel Gold hier verarbeitet worden ist. Dazu kommt das alle Gebäude über und über verziert sind, zumeist mit Spiegeln und anderen glitzernden Dinge, so dass man den Eindruck bekommt hier funkelt und strahlt alles.

Nach etwas mehr als zwei Stunden verlassen wir den Palast wieder und gehen zu Fuß in die Khaosan Road um etwas zu essen und ein bisschen zu relaxen. Ein Taxi bringt uns anschließend zurück zum Hotel, wo wir Rif treffen und die letzten Stunden auf der Dachterrasse verbringen, bevor alle wirklich auseinander gehen.

Ich laufe anschließend noch wenig motiviert durch die Stadt, gehe wieder zurück ins Hotel und schaue mir den Sonnenuntergang wie gestern von der Dachterrasse aus an. Danach gehe ich noch essen in verbringe einen gemütlichen Abend. In einer Bar treffe ich noch Kevin aus Schottland, der mehrere Monate als Englischlehrer in Vietnam verbracht hat. Wir zischen noch ein paar Bier und unterhalten uns recht angeregt, bevor ich zu Fuß ins Hotel muss, weil ich kein Geld mehr habe für ein Taxi. Nach einer halben Stunde bin ich zurück und legen mich schlafen.

21. Tag (8. Dezember)

Heute ist nun endgültig Abreisetag. Ich packe meine Sachen zusammen, nehme noch ein wenig erfreuliches Frühstück im Hotel und werde danach gleich zum Flughafen gefahren.

Der Transfer klappt wie am Schnürchen, ebenso wie der Check in, die Passkontrolle und die Sicherheit. Somit sitze ich nun drei Stunden vor Abflug gesattelt und gestiefelt da und muss die Zeit noch überbrücken.

Nach einem angenehmen elf stündigen Tagflug lande ich am Abend in Frankfurt bei kühlem Wetter und mache mich endgültig auf den Weg nach Hause.

     
  Phnom Penh  
 
Phnom Penh
 
     
     
  Phnom Penh  
 
Phnom Penh
 
     
     
  Phnom Penh  
 
Phnom Penh
 
     
     
  Phnom Penh  
 
Phnom Penh
 
     
     
  Phnom Penh  
 
Phnom Penh
 
     
     
  Phnom Penh  
 
Phnom Penh
 
     
     
  Tonle Sap  
 
Tonle Sap
 
     
     
  Tonle Sap  
 
Tonle Sap
 
     
     
  Tonle Sap  
 
Tonle Sap
 
     
     
  Angkor - Bayon  
 
Angkor
 
     
     
  Angkor - Bayon  
 
Angkor
 
     
     
  Angkor - Thom  
 
Angkor
 
     
     
  Angkor - Bayon  
 
Angkor - Bayon
 
     
     
  Angkor -  Banteay Srei  
 
Angkor -  Banteay Srei
 
     
     
  Angkor -   
 
Angkor
 
     
     
  Angkor  
 
Angkor
 
     
     
  Angkor Wat  
 
Angkor Wat
 
     
     
  Angkor Wat  
 
Angkor Wat
 
     
     
  Angkor - Ta Prohm  
 
Angkor - Ta Prohm
 
     
     
  Angkor - Ta Prohm  
 
Angkor - Ta Prohm
 
     
     
  Angkor - Ta Prohm  
 
Angkor - Ta Prohm
 
     
     
  Angkor Phnom Bakheng  
 
Angkor Phnom Bakheng
 
     
     
  Angkor  
 
Angkor
 
     
     
  Angkor  
 
Angkor
 
     
     
  Angkor  
 
Angkor
 
     
     
  Angkor Wat  
 
Angkor Wat
 
     
     
  Bambus Zug  
 
Bambus Zug
 
     
     
  Bambus Zug  
 
Bambus Zug
 
     
     
  Bambus Zug  
 
Bambus Zug
 
     
     
  Bangkok  
 
Bangkok
 
     
     
  Bangkok  
 
Bangkok
 
     
     
  Bangkok  
 
Bangkok
 
     
     
  Bangkok  
 
Bangkok
 
     
     
  Bangkok  
 
Bangkok
 
     

  

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