Nord Amerika 2000

Mit Freunden durch
die Neu England Staaten.
18. Tag (12. September)

Es ist noch früh am Morgen, es regnet immer noch und ich sitze wieder einmal in einer Busstation und warte auf die Abfahrt zu einem Ziel in den Staaten. Für mich eine doch ziemlich eigenartige Situation, da Erinnerungen an meine großen Bustouren von vor 6 Jahren in mir hoch kommen.

Ja, gestern Abend hatte ich noch eine nette Bekanntschaft gemacht. Ich wollte mich gerade auf dem Weg in die Stadt machen um etwas zu essen, da treffe ich vor der Tür Patricia aus Mexico City, die gerade ein Zigarette geraucht hat. Spontan gehen wir gemeinsam ins Irish Pub und irgendwann am Abend fängt sie zu erzählen an, als sie vor ungefähr einem Monat ihre Hochzeit platzen ließ, warum sie nun in Kanada ist und das sie sich nun wieder auf Jobsuche machen muss wenn sie nach Mexico City zurück kommt. Ich frage mich nur warum das Leben bei manchen Leuten so laufen muss wie es läuft. Jedenfalls waren wir so gegen Mitternacht wieder im Hostel zurück. Patricia musste sich noch die halbe Nacht um die Ohren hauen, da sie für diese Nacht kein Bett mehr bekommen hatte und ihr Flieger erst in dem Morgenstunden geht. Aber ich denke sie wird wohl auf dem Sofa im TV Raum ein bisschen Schlafen bekommen haben.

Meine Güte bin ich froh darüber das wir in Europa keine Grenzkontrollen mehr haben. Alle Fahrgäste mussten ihr ganzes Gepäck ausladen und durch die Immigration tragen. Dabei reisen wir aus einem Land in die Staaten ein, von dem man annehmen sollte das es die geringsten Probleme gibt. Mir wurden wieder einmal jede Menge Fragen gestellt und ein Ami musste seine Taschen auspacken. Aber nun bin ich wieder in den Staaten und in Providance angekommen. Joe wird mich netterweise in ein paar Minuten am Busterminal abholen, nachdem ich ihn gerade angerufen habe. Somit beginnt nun der zweite Teil meiner Reise. Morgen Abend werden dann Jens, Denis und Uwe aus Europa rüber kommen und dann sehen wir mal was wir hier machen.

Es ist immer wieder toll wenn man irgendwo in der Welt ankommt und in Empfang genommen wird. Nachdem wir das Gepäck im Auto verstaut hatten fuhren wir anschließend zu einer Golf Driving Range und haben zum Ausgleich ein paar Bälle geschlagen. Ich hatte schon lange nicht mehr gespielt, aber es hat zu meiner Überraschung gut geklappt. Danach waren wir noch beim Inder etwas essen und haben noch hinterher im Irish Pub ein Bier gezogen, bevor wir schließlich zu Joe's Wohnung gefahren sind. Er wohnt in einer netten Gegend und die Wohnung ist toll. Bei einem weiteren Bier und ein bisschen TV haben wir den Tag ausklingen lassen.

19. Tag (13. September)

Nachdem ich heute Morgen mit Joe in die Stadt gefahren bin hat er mir sein Auto netterweise überlassen. Ich bin jedoch zu Fuß nach Downtown gelaufen und habe den Morgen in der Providance Palace Mall bei einem Kaffee und einer Zeitung verbracht.

Auf dem Weg zurück zum Auto habe ich noch einen Abstecher zur berühmten Elite Universität der USA, der "Brown University" gemacht. Der Campus liegt auf einem der sieben Hügel der Stadt, dem "Campus Hill". So laufe ich gemütlich durch die weitläufige Anlage mit ihren alten und ehrwürdigen Gebäuden. Die Studenten selbst sehen jedoch auch nicht anders aus als bei uns und nur vereinzelt kann am erkennen das die Studis durch "Papis Hilfe" erheblich mehr Finanzmittel haben.

Gegen Nachmittag habe ich mich in einen Park in der Nähe von Joe's Wohnung verzogen, mich auf einer Bank niedergelassen, die Sonne schien und ich habe einfach Nichts getan. Denis, Jens und Uwe sind ziemlich müde spät am Abend schließlich angekommen und nach einen stürmischen "Hallo" und einem Bier saßen wir noch zusammen und hatten viel zu erzählen.

20. Tag (14. September)

Auf nach Newport! Mit unserem Van, den die Drei gestern am Airport in Boston abgeholt hatten fahren wir nach Süden zu dem mondänen Badeort an der Ostküste der USA. Kurz vor Newport überqueren wir noch die Narragansett Bay über eine große, hoch aufsteigende Brücke von der man einen kurzen, aber tollen Blick über die Buchten der Insel hat. Schon auf der Fahrt durch den Ort fällt auf, dass die Reichen der Reichen hier ihre Wochenendhäuschen haben. Der Hafen ist hoffnungslos überfüllt mit Segel- und Motorbooten. Wir stellen irgendwann das Auto ab und machen einen Spaziergang entland des "Cliff Walks", der an der Easton Bay beginnt. Die Küste mit den Villen direkt an den Klippen ist sehr schön und der Pfad endet am anderen Ende der Bellevue Avenue, die wir anschließend wieder zum Auto zurück laufen. Die Villen hier an der Straße oder auch vorhin an der Küste sind schon sehr beeindruckend. Die meisten wurden zwischen 1850 und 1900 erbaut und sind selbstverständlich auch heute noch in Privatbesitz. Einzelne Prachtbauten können jedoch besichtigt werden. Wir verzichten aber darauf und fahren zum Yachthafen um dort was zu essen.

Nach einem guten Essen in einem der dortigen Restaurants entschließen wir uns noch zu einem Besuch am Strand. Secound Beach war unser Ziel, welches wir schon nach wenigen Minuten erreichten. Jens und Uwe stürzen sich gleich ins Wasser, während Denis und ich uns nicht dazu durchringen können. Nachdem es nun am Abend doch schon merklich kühler wird fahren wir wieder nach Providance zurück.

Kaum waren wir in Joe's Wohnung, ruft dieser auch schon an und wir verabreden uns zum Essen in der Stadt. Fire&Ice hieß der Laden in dem es "All you can eat" gab. Dazu konnte man die Zutaten selbst zusammenstellen um diese anschließend auf einem offenen Grill in der Mitte des Restaurants zubereiten zu lassen. Einen kurzen Schreck gab es, als letztendlich die Rechung ungefähr doppelt so hoch war wie wir angenommen hatten. Hatten wir irgendetwas übersehen? Nein, es war nur ein Tippfehler wie sich schnell herausstellte. Zum Abschluss des Tages waren wir noch bei Dave&Buster, bis wir uns schließlich auf den Heimweg machten.

21. Tag (15. September)

Es regnet wie aus Eimern als wir heute Morgen wach werden. Die anderen wollen unbedingt etwas unternehmen und fahren nach Boston zum Stadtbummel. Ich jedenfalls habe keine Motivation mir bei diesem Wetter eine weitere amerikanische Großstadt anzuschauen. So sind Denis, Jens und Uwe heute Morgen nach Boston aufgebrochen, während ich mir hier einen ganz gemütlichen Tag gemacht habe. Meine Airline hat mir leider, aber wie erwartet mitgeteilt, dass ich meinen Rückflug nicht nach New York City verlegen kann und somit definitiv von Boston aus fliegen muss. Somit werde ich noch zu überlegen haben was ich kurz vor meinem Rückflug machen werden, da sich die andern geäußerten einen Tag zuvor nach New York City fahren zu wollen. Na ja, mal sehen!

Nun werde ich noch einen kleinen Spaziergang in die City machen, da der Regen nun endlich aufgehört hat und die Sonne wieder zum Vorschein kommt. Ich muss mich ein bisschen bewegen an so einem "faulen" Tag. Als Joe und ich nach einem Besuch im Bottle Shop wieder zu Hause waren standen die anderen schon vor der Tür und haben auf uns gewartet, da wir die Schlüssel hatten. Anschließend ging es wieder in die Stadt um eine Stunde in einer Bar totzuschlagen, bevor wir endlich einen Tisch im Restaurant bekommen hatten. Zum Abschluss eines klassischen Männerabend waren wir noch in Gullivers Taverne aus der wir kurz vor Feierabend erst wieder heraus kamen.

22. Tag (16. September)

Eine Reise in die Vergangenheit war heute beim Besuch von "King Richards Fair" angesagt. Gegen Mittag hatten wir uns in Bewegung gesetzt, nachdem wir vorher noch in einem Dukin Donat ein Frühstück eingeworfen hatten. Gleich nach dem Betreten des Geländes mussten wir uns selbstverständlich erst einmal in die richtige Kleidung werfen, was wir gleich am Eingang in einem Kostümverleih tun konnten. Im richtigen Outfit haben wir schließlich verschiedene Aufführungen, und als Höhepunkt die Ritterspiele des Königs Richard angeschaut. Das Publikum in jeder Ecke des Platzes hatte natürlich "seinen" Ritter zu unterstützen und die Gegner entsprechend auszubuhen. Wie die Reiter anschließend mit den Lanzen und Schwertern umgegangen sind ist einfach sagenhaft, so dass es richtig Spaß gemacht hatte zuzuschauen. Letztendlich hat sogar der Ritter, der unser Farben trug gewonnen und konnte sich die Ehrungen des Königs entgegen nehmen.

Anschließend waren wir noch Messerwerfen, Bogenschießen und Axtwerfen gewesen. Jens hat sich auch noch am "Hau den Lukas" versucht, jedoch die Glocke leider nicht zum Läuten gebracht. Ansonsten sind wir über das Gelände geschlendert und haben die zum Teil toll kostümierten Leute bewundert. Nach dem aufregenden und wirklich gelungenen Ritt in die Vergangenheit war es Zeit am Horseneck Beach zu entspannen, den Sonnenuntergang zu genießen und uns den Wind um die Nase wehen zu lassen. Auf der Rückfahrt waren wir noch kurz am Airport um Joe und mich noch als weitere Fahrer für den Van eintragen zu lassen, so dass es morgen nach Norden gehen kann.

23. Tag (17. September)

Nach einem langsamen Start am Morgen fahren wir gegen Mittag auf dem Interstate 95. Ich sitze heute am Lenker und versuche unseren "Dampfer" ruhig gleitend durch den dichten Verkehr zu steuern. Als wir Boston umfahren hatten ging es an die Küste nach Rockport. Die Straße windet sich durch lichten Laubwald an zahlreichen Buchten entlang. Leider sind wir etwas zu früh im Jahr unterwegs um die bunten Farben des Herbstes zu bewundern. Trotzdem ist die Gegend sehr schön und ziemlich verschlafen, so wie man es sich eben vorstellt.

In Rockport haben wir uns das "berühmte" Paper House angeschaut, welches nur aus alten Zeitungen als Baustoff in den 20ziger Jahren gebaut wurde. Selbst die Einrichtungsgegenstände sind aus Papier. Danach schlenderten wir durch das hübsche Städtchen mit seinen vielen Kunstgeschäften. Dies zahlreichen Galerien, für die USA ziemlich außergewöhnlich resultieren daraus, dass sich in den letzten Jahrzehnten in diesem, eigentlich von den Granit Steinbrüchen geprägten Städtchen viele Künstler niedergelassen haben.

In Helmut's Strudel Cafe haben wir uns noch auf die Terrasse gesetzt und einen Kaffee geschlürft bevor wir mit einem Abstecher zum Pier wieder zum Auto zurück sind. In einer "Candy Factory" haben Joe und ich uns noch einzelne Pralinen gegönnt, ehe es wieder auf die Straße ging. Manchester in Massachusetts sollte unser heutiges Ziel sein, da wir eigentlich noch angedacht hatten auf eine Shooting Range zu gehen. Jedoch ist es schon ziemlich spät und am Telefon der Range ist nur der Anrufbeantworter zu hören. Somit suchen wir uns erst einmal ein Motel und gehen anschließend zum Essen. Da Fast Food abgelehnt wird, machen wir uns auf eine recht hoffnungslose Suche nach einem vernünftigen Restaurant, welches an einem Sonntag geöffnet hat. Nach einer dreiviertel Stunde haben wir uns schließlich auf den "Red Arrow Diner" geeinigt, da das andere zur Auswahl stehende Restaurant sicherlich in die höchste Preiskategorie einzustufen war. Es ist im Grunde ein toller Diner, der schon seit 1923 existiert, wie wir einen Zeitungsausschnitt an der Wand entnehmen. Zu unserem Erstaunen lesen wir noch, dass dieser Diner zu den Top 10 in den USA zählen soll. Na ja, wie auch immer. Wir konnten jedenfalls noch etwas essen und den Magen wieder füllen.

24. Tag (18. September)

Nach dem Frühstück heute morgen fahren wir weiter nach New Hamshire in die White Mountains hinein. Unseren ersten Stop hatten wir am Lake Winnipesaukee, da wir spontan Lust bekommen haben baden zu gehen. Das Wasser war richtig erfrischend und im Hintergrund hatte man einen ausgezeichneten Blick auf die Gipfel der White Mountains. Gut erfrischt ging es anschließend weiter. Nichtsahnend und entspannt wie immer sitze ich auf der Rückbank als wir eine Kreuzung überqueren und zwei aufeinanderfolgende Bodenwellen mich mit dem Kopf heftig am Dach anschlagen lassen.

Vom Schock erholt kamen wir in Lincoln an und klapperten die Highlights der Reihe nach ab. Zuerst haben wir eine kleine Wanderung durch die "Flume" gemacht, einer kleinen Klamm durch die sich ein Bach zwängt. Die Klamm war sehr schön und als wir mitten drin standen konnte man fast den Eindruck gewinnen, als ob jemand mit einem Messer den Granit an dieser Stelle gewissermaßen zerschnitten hätte. In grauer Vorzeit bestand das Messer sozusagen aus Lava, die sich an dieser Stelle durch den Fels geschmolzen und die Feinarbeit dem Wasser überlassen hat. Der Weg selbst war gut ausgebaut und nicht anstrengend. Schließlich erreichten wir noch einen Pool im Bachlauf, der von einer Überdachten Brücke überspannt wird. Diese sogenannten "Covered Bridge" sind relativ häufig zu sehen und stellen ein Symbol für die Neu England Staaten dar.

Als wir wieder am Besucherzentrum zurück waren führen wir zum "Bassin" weiter. Dort hat das Wasser und der mitgeführte Sand über tausende von Jahren ein fünf Meter tiefes Loch in den Granit geschliffen. Unser letzter Stop auf dieser Sightseeing Tour war der "Old Mountain Man". Vom Tal aus gesehen ergeben die Felsen eines Berges ein verblüffend realistisches Bild eines Kopfes, eben der des "Old Mountain Man". Da es noch früh am Tag ist fahren wir weiter in Richtung Mt. Washington auf den wir morgen hinauf wandern wollen.

North Conway haben wir als Ort zum Übernachten ausgesucht. Hier gibt es auch jede Menge Factory Outlets in denen wir heute Abend vielleicht noch einkaufen gehen. Zum Supermarkt sollten wir aber auf jeden Fall noch um uns mit Vorräten für morgen einzudecken. Im Old Red Inn & Cottages haben wir eingecheckt und besitzen nun ein eigenes Häuschen mit Kühlschrank und Mikrowelle. Frühstück gibt es zudem morgen auch, so dass wir weniger Zeit zum Frühstücken brauchen, als wenn wir uns erst etwas suchen müssten.

Im Outlet Store haben wir alle noch richtig zugeschlagen und wenn man die Zahl der Tüten sieht fragt man sich wie das alles noch in den Van passen soll, der mit unserem Gepäck sowieso schon verhältnismäßig vollgestopft ist.

25. Tag (19. September)

Früh am Morgen fahren wir auf dem State Highway zum Mt. Washington, dem höchsten Berg der New England States. Zuvor machen wir jedoch noch kurz einen Abstecher zum Mt. Washington Hotel, einem sehr mondänen Palast in dem nach dem Krieg der Welt Währungs-Fond gegründet wurde. Das schneeweiße Hotel im Vordergrund und der 1.900m hohe Mt. Washington im Hintergrund ergeben ein imposantes Bild.

Gleich danach zweigt die Straße zur Talstation der Crog Railway Zahnradbahn ab, die seit 1866 im Sommer den Gipfel täglich und dampfgetrieben bezwingt. Wir schnüren die Stiefel fest, packen den Rucksack auf den Rücken und marschieren los. An diesem Berg, der es für sein schlechtes und wechselhaftes Wetter berühmt ist sind schon 126 Menschen gestorben. Einheimische haben uns schon von Schneestürmen im August erzählt und im Reiseführer steht zu lesen, dass hier die weltweit höchste Windgeschwindigkeit gemessen wurde. Also alles gute Vorraussetzungen für eine Bergwanderung heute. Na, wir haben jedenfalls gutes Wetter, es ist leicht bewölkt, aber wir haben heute eine stabile Wetterlage.

Der steinige Weg führt an einem Wildbach entlang und steigt leicht an, so dass wir gut voran kommen. An einem kleinen Wasserfall überqueren wir den Bach und von nun an geht es steil bergan. Die ersten von uns atmen schon heftig und wir verlangsamen das Tempo und rasten zwischendurch. Schließlich steigen wir höher als die Baumgrenze und ein gewaltiger Ausblick nach Westen, Richtung Vermont tut sich vor uns auf. Neu motiviert streben wir dem Grat an der westlichen Flanke des Mt. Washington entgegen und erreichen die Lakes of the Cloud Hütte. Hier werden die ersten Fotos geschossen, denn wir haben das steilste Stück des Anstiegs in der letzten anderthalb Stunden hinter uns gebracht. Das Wetter hält und somit können wir weiter zum Gipfel vorstoßen. Gleich nach der Hütte passieren wir die Lakes of the Clouds, in deren klaren Wasser sich der bedeckte Himmel spiegelt. Nur durch aufgeschichteten Steinhaufen markiert führt der Weg nun über Geröllfelder weiter zum Gipfel. Der Wind hier oben bläst sehr kräftig und auch frisch. Je höher wir steigen desto besser wird die Aussicht und die Lakes of the Cloud Hütte immer kleiner. Schließlich erreichen wir nach dreieinhalb Stunden geschafft aber glücklich den Gipfel. Uns zu Füßen breitet sich nun in alle vier Himmelsrichtungen eine nicht enden wollende Bergwelt aus und wir genießen den Blick in vollen Zügen.

An der Railway Station fragen wir nach ob wir mit der Bahn wieder hinunter fahren können. In einer Stunde fährt die letzte Bahn talwärts und wir können auf jeden Fall mitfahren. Wir müssten eben stehen wenn der Wagen voll besetzt sein sollte.

So kam es dann auch, Jens und ich mussten die Fahrt über stehen, aber die Fahrt in einer der steilsten Zahnradbahnen der Welt war jedoch ein einmaliges Erlebnis. Der ganze Wagon und die Lokomotive haben von den harten Einschlägen der Zähne in der Stange mächtig vibriert und geklappert. Zwischendurch mussten wir noch auf ein Abstellgleis rangieren um einen bergwärts fahrenden Zug passieren zu lassen. Nach knapp einer Stunde waren wir wieder an der Station im Tal und schauten sehnsüchtig zum Gipfel empor.

Nach einem kurzen Diskussion über das nächste Fahrziel haben wir uns entschieden weiter in den Norden nach Maine zu fahren. Wir vermuten das wir dort vielleicht mehr vom Indian Summer schon zu sehen ist. Am Straßenrand auf dem Highway nach Bethel hatten wir dann doch noch unser Indian Summer Erlebnis. Denn dort stand ein Ahorn, dessen Blätter schon komplett die knallrote Färbung des Herbstes hatte. Es war nicht irgend ein ins Orange oder Gelb driftendes Rot, sondern solch eine intensive Farbe wie ich sie im Herbst noch nicht gesehen habe.

26. Tag (20. September)

Nach einem guten Frühstück verlassen wir das Bed & Breakfast wieder und fahren über einfache und kleine Landstraßen Richtung Baxter State Park im Norden von Maine. Die Vermutung das die Farbenpracht des Herbstes im Norden schon weiter vorangeschritten ist bestätigt sich leider nicht. Jedoch hat man die diese Landschaft den Vorstellungen von Neu England wohl am nächsten kommt. In Greenville manchen wir eine Pause, schauen auf den Mooshead Lake und hoffen das wir auf dem nächsten Abschnitt der Straße einen Elch sehen werden, da hier in dieser Gegend die Chance vergleichsweise groß sein soll.

Kurz nachdem wir Greenville verlassen haben stoppen wir an einem Kanuverleih. Wir leihen uns Kanus aus und paddeln auf den See hinaus. Es tut richtig gut sich mal wieder zu bewegen und ausstrecken zu können, nachdem wir den ganzen Morgen im Auto gesessen haben. Als wir an der "Sake Island" angekommen sind reißt der Himmel auf und wir legen uns in die Sonne und genießen die herbstlichen Strahlen. Auf dem Rückweg sind wir noch am Ufer entlang gepaddelt, so dass wir einen sehr schönen Nachmittag auf dem Mooshead Lake verbracht haben.

Als wir in Richtung Baxter State Park weitergefahren sind hat sich die Straße in eine Schotterpiste verwandelt und wir waren somit entgültig im Hinterland angekommen. Da es leider schon wieder dunkel wurde und der Tag sich dem Ende neigte haben wir in Millinocket übernachtet. Das Motel in dem wir waren muss wohl von der Bauform und dem Interieur her aus den 80zigern stammen und machte einen komischen Eindruck. Aber es hatte einen Indoor Pool und einen Wirlpool in den wir noch reingesprungen sind.

27. Tag (21. September)

Es ist bewölkt und es sieht zugegebenermaßen regnerisch aus, aber wir fahren trotzdem über die Schotterpiste in den Baxter State Park. Die Landschaft zeigt sich in ihrer wilden, unberührten Schönheit. Die Piste wird schon so schmal das wir bei Gegenverkehr rechts ranfahren müssen um nicht zu streifen. Nach einer Stunde Fahrt sind wir am Parkplatz angekommen von dem wir aus eine kleine Wanderung unternehmen wollten. Aber gleich nach dem Aussteigen mussten wir erst einmal einen Wolkenbruch im Auto abwarten. Als der Regen dann nachgelassen hatte sind wir aufgebrochen. Der Weg war natürlich an vielen Stellen vom Wasser aufgeweicht, was die Ursprünglichkeit hier draußen noch verstärkt hat. Wenig später ereichten wir das Ufer des Kidney Ponds und hier sieht es genauso wie in Kanada aus, so dass der See auch leicht irgendein See in Ontario hätte sein können. Als wir weiter um den Pond herumlaufen fängt es noch einmal kurz zu regen an, aber als wir wieder zum Auto zurück kommen klart der Himmel auf und die Sonne blitzt schon wieder zuwischen den Wolken hindurch.

Am Nachmittag fahren wir auf die andere Seite des Parks, da Joe und ich noch einen Gipfel erklimmen wollen. Und somit brechen wir zum South Turner Mountain auf. Der Pfad führt zuerst an einem kleinen See vorbei und steigt anschließend steil und gradlinig durch den Wald an. Da es schon verhältnismäßig spät war hatten wir Glück den Gipfel schon nach ca. 80min zu erreichen. Die letzten Meter bis zum Gipfel, als wir aus dem Wald heraus kamen waren richtig abenteuerlich. Zum einen hat der Wind so stark geweht das man aufpassen musste um nicht umgeworfen zu werden und zum anderen war der Aufstieg eine kleine Kletterpartie über große Felsbrocken, die den Gipfel bildeten.

Die Aussicht war absolut genial. Fast hätte man bis nach Kanada schauen können. Überall um uns herum spiegelten sich die Oberflächen der Seen in der abendlichen Sonne, als ob sie Diamanten in der Dunkelheit der endlosen Wälder wären. Direkt gegenüber ist der mächtige Mt. Katahdin, dessen Gipfel jedoch von einer Wolkenkappe verdeckt wird. Ich bin jedenfalls richtig happy das wir noch auf diesen Gipfel hinaufgestiegen sind da dieser Blick einfach klasse ist.

Der anschließende Abstieg war auch bald geschafft. Als wir wieder am Parkplatz waren haben die anderen schon auf uns gewartet und wir sind gleich weiter nach Süden gefahren um schon näher an der Küste zu sein wenn wir morgen zum Acadia National Park wollen.

28. Tag (22. September)

Gleich nach dem Verlassen des Motels haben wir in Bangor noch das Haus von Steven King, dem Horrorbuch Autor besucht und von der Straße aus angeschaut. Auf dem weiteren Weg mussten wir natürlich zu X-ten Mal auf dieser Reise an einem Pflanzenmarkt anhalten, so dass Jens mal wieder vergeblich nach seinen Kürbissamen fragen konnte. Natürlich kam er wieder mit leeren Händen heraus und gibt die Suche nun wahrscheinlich entgültig auf, so dass wir schließlich zum Acadia NP weiter fahren konnten.

In Bar Habor haben wir wieder ein nettes Cottages bekommen in dem wir richtig viel Platz haben. Anschließend sind wir dann in den ältesten NP an der Ostküste der USA gefahren. Die Loop Road, die durch den Park führt wurde von Rockefeller gebaut und mit wunderschönen Brücken aus Granit versehen. Die Straße folgt der Küstenlinie und führt direkt zu den schönsten Aussichtspunkten. Damit könnte man letztendlich sogar behaupten das dies der amerikanischste National Park ist den es gibt, denn zum Fotografieren ist es nicht notwendig das Auto zu verlassen. Wir tun es aber trotzdem und laufen ein paar Stufen zum Sandy Beach hinunter um uns dort auf die faule Haut zu legen. Das Wasser ist leider so kalt das sich nur Jens tapfer für ein paar Sekunden hinein traut. Die Ausläufer des arktischen Labrador Stroms lassen eben eine höheren Temperaturen zu. Auf der Weiterfahrt legen wir noch einen Stop an der Thunder Cave ein, die heute jedoch überhaut nicht gedonnert hat und dies wohl auch nur bei kräftigen Sturm tut. Ein einsamer Seehund hält aber die Touristen trotzdem im Atem. Am Otter Point sehen wir anschließend Hunderte von wilden Enten.

Der Tag neigt sich wieder einmal seinem Ende und wir beschließen auf den Cadillac Mountain hinaufzufahren um den Ausblick auf die zerklüftete Küstenlinie zu genießen. Der Blick von der höchsten Erhebung des NP beeindruckt ungemein und wir warten deshalb noch den Sonnenuntergang ab, den wir vom Blue Hill Aussichtspunkt uns ansehen. Als wir wieder in Bar Habor waren haben wir noch vorzüglich in einem Restaurant Fisch gegessen und sind später in unser Cottage zurück.

29. Tag (23. September)

Es ist für mich heute wieder einmal der letzte Urlaubstag. Wir packen zusammen und fahren heute noch nach Providance zurück. Kurz nach verlassen von Bar Habor entdecken wir an Straßenrand ein Paintball Gelände. Wir halten an und bezahlen an der Kasse unseren Obolus. Dann werden wir mit Overalls und Masken, sowie unserem Gewehr ausgestattet. Nach einer Belehrung über die Spielregeln dürfen wir das Gelände betreten und aufeinander schießen. Keiner von uns hätte angenommen das es derartig anstrengend ist und vor allem das wir von Kindern der Reihe nach alle "erschossen" wurden. Geschlagen und ausgepumpt fuhren wir die Küste weiter bis nach York wo wir uns in der "Lobbster Barn" wieder mit Seafood stärkten.

Die restliche Fahrt hat zwar noch recht lang gedauert aber wir waren doch rechzeitig in Providance zurück um an unseren letzten gemeinsamen Abend noch bei Dave&Buster vorbeizuschauen und den Abend wieder in Gullivers Taverne ausklingen zu lassen.

30. Tag (24. September)

Nach einem gemütlichen Morgen haben sich Denis, Jens und Uwe nach New York City verabschiedet. Ich habe noch ein wenig mehr Zeit und packe deshalb erst zusammen als die Drei schon weg waren. Für mich wird es aber nun auch Zeit. Joe fährt mich noch zum Bus mit dem ich nach Bosten fahre. Dort hätte ich eigentlich in den Airport Bus umsteigen müssen. Jedoch war das falsche Gate im Terminal angeschrieben und so wartete ich vergeblich. Der nächste Bus wird erst in zwei Stunden fahren. Nachdem ich dann der Bonanza Bus Mitarbeiterin erklärt hatte das der Fehler nicht auf meiner Seite lag hat sie mir noch eine Mitfahrgelegenheit bei einer anderen Bus Company organisiert, so dass ich doch noch rechzeitig am Airport angekommen bin. Am Airport selbst herrschte anschließend das gleiche Chaos wie in der ganzen Stadt. Alles wird aufgerissen und umgebaut. Ich bin froh das ich mich hier nicht auch noch länger aufhalten muss.

31. Tag (25. September)

Nach einen guten Flug während dessen ich sogar kurz schlafen konnte werde ich am Flughafen überraschenderweise abgeholt und ich freue mich darüber. Somit bin ich wieder im Alltag zurück und kann es noch gar nicht glauben.

     
  Providance - Joe's Place  
 
Joe's Wohnhaus in Providance - Rhode Island
 
     
     
  Newport - RI  
 
3 von 5 Schwaben in Amerika
 
     
     
  Newport - Cliff Walk  
 
Newport im Süden von Rhode Island mit den Ferienhäusern der Superreichen
 
     
     
  Newport - Bellevue Av.  
 
Stand hier das White House Pate?
 
     
     
  King Richards Fair  
 
Auf gehts in die Vergangenheit
 
     
     
  King Richards Fair  
 
Cassar !!!
 
     
     
  King Richards Fair  
 
Bei King Richards Fair gab es viel zu bestaunen
 
     
     
  Rockport  
 
Rockport, ein Künstlerdorf an der Küste
 
     
     
  New England Lobbster  
 
Lobbster - Die Spezalität der Neu England Staaten
 
     
     
  Lake Winnipesaukee  
 
 
     
     
  Covered Bridge  
 
Ein Symbol der Neu England Staaten sind diese Brücken
 
     
     
  The Old Mountain Man  
 
Der alte Bergmann der White Mountains
 
     
     
  Mt. Washington  
 
Mit Volldampf den Berg hinauf
 
     
     
  Mt. Washington  
 
Auf dem Gipfel der Sehnsüchte
 
   

 

     
  Indian Summer?  
 
Die ersten Zeichen des herannahnenden Herbstes
 
   

 

     
  Mooshead Lake  
 
Auf dem Weg zu Snake Island
 
     
     
  Mooshead Lake  
 
Moosehead Lake in Maine
 
     
     
  Baxter State Park  
 
Durch den Wald zum Kidney Pont im Baxter State Park - Maine
 
     
     
  South Turner Mt.  
 
Wald so weit das Auge reicht
 
     
     
  Acadia National Park  
 
Acadia National Park im Süden von Maine
 
     
     
  Cadillac Mountain  
 
Der abendlichen Blick auf die atemberaubende Küste des Acadia NP
 
     
     
  Waterfire - Providance  
 
Waterfire im Zentrum von Providance
 
     


  
 

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