3 Monate quer durch die USA '94

Florida, Kennedy Space Center
und der Rückweg nach New York City

48. Tag (23. Okt.)
Mal wieder länger zu schlafen ist so angenehm, daß ich dann erst heute mittag gemütlich die Straßenmusiker, Artisten, Karikaturisten, etc. etc. im French Quarter angeschaut habe. Die Bars, Cafés und diversen anderen Shops in der Bourbon Street habe ich ja gestern Abend schon gesehen und besucht, als viel, viel mehr los war. Ansonsten sinniere ich gerade über die vergangene und vor allem über die zukünftige Reiseroute, und an welchem Zeitpunkt ich ungefähr wieder in New York sein kann.
49. Tag (24. Okt.)
Nach weiteren 620 Meilen on the road again habe ich den Atlantischen Ocean wieder erreicht und bin nun im Hostel in St. Augustine eingecheckt. Das Beste daran ist, das dieses Hostel von einem jungen Deutschen geführt wird und das Städtchen unheimlich gemütlich ist, was ich so im Durchfahren sehen konnte. Vielleicht werde ich auf der Rückfahrt noch mal Station hier machen, vielleicht sogar für ein paar Tage, na mal sehen.
50. Tag (25. Okt.)

Heute ging es in den Weltraum! Na ja, nicht ganz. Ich habe mir das John F. Kennedy Space Center am Cap Canaveral angeschaut. Echt ein Erlebnis, wenn man sich vorstellt, daß von hier aus die Menschheit zum Mond aufgebrochen ist und man sich den gigantischen Aufwand an Menschen und Material sich ansieht. Das Gelände umfaßt 650 Km2, zwei noch betriebene Startrampen und sicher noch ein Dutzend stillgelegte. Aber erst wenn man neben dieser gigantischen 111 m langen Saturn V Rakete steht kann man sich vorstellen, welche gigantischen Schubkräfte notwendig sind um die Gravitation zu überwinden.

In 2 fast einstündigen IMAX Filmen wurde dann einem die Arbeit im All, der Nutzen der Raumfahrt und mögliche zukünftige Pläne gezeigt. Das Gute daran war, daß ich auf der Bustour zu den Startrampen eine Reisegruppe aus Oldenburg kennengelernt habe und die noch ganz "zufällig" eine Eintrittskarte zu einem der Filme übrig hatten, so daß ich wenigstens einen der Filme nicht bezahlen mußten. Ansonsten gab es viele Informationen darunter auch eine höchst interessante. Am 03. Nov. startet das Space Shuttle Atlantis von Startrampe B. Vielleicht kann ich sogar noch einen Raketenstart miterleben, wenn ich auf dem Rückweg bin. Aber so sicher ist das dann auch wieder nicht, denn ein Shuttle Start ist auch sehr schnell verschoben. Aber so etwas zu sehen wäre natürlich echt klasse! Wie würde Franz immer sagen: "Schau'n mir mal!"

Nachdem es dann noch einen Waldbrand vor der riesigen Montagehalle des Space Shuttle gab, mußte ich hier in Cocoa Beach wieder in ein teures Motel einchecken, weil es vom Meilenlimit her zu weit gewesen wäre nach St. Augustine zurückzufahren. Morgen fahre ich dann noch ganz gemütlich die letzten 200 Meilen nach Miami und gebe das Auto Übermorgen wieder ab. Dann ist diese gigantische, 5.000 Km lange, transkontinentale Wahnsinnsfahrt auch schon Vergangenheit.

51. Tag (26. Okt.)
Ich habe den Fluchtpunkt Miami also heute, nach einer gar nicht so gemütlichen 280 Meilen Fahrt, erreicht. Es war nämlich tierisch heiß im Auto und der Interstate 95 ist genauso verwirrend und mit genauso vielen Baustellen gepflastert, wie die berühmten Staustrecken in Los Angeles. Als ich dann wieder in einem Hostel eingecheckt bin, bin ich danach zum Strand gelaufen, und habe somit den ganzen Kontinent durchquert in effektiv 4 1/2 Tagen reiner Fahrzeit.
52. Tag (27. Okt.)

Nach 2.952,6 Meilen habe ich heute morgen das Auto bei seinem Besitzer abgegeben und war eigentlich recht froh, als ich es wieder los war. Man hat doch eine gewisse Verantwortung. Schließlich würde man nur Probleme bekommen, wenn z.B. das Auto beschädigt wird, man einen Unfall hat, es kaputt geht oder im schlimmsten Fall gestohlen wird, was hier durchaus nicht unrealistisch wäre. Aber zum Glück hat alles ohne Probleme geklappt und ich war froh meine 300.-- Dollar Kaution wieder zu sehen. Als ich dann zu Kevins Adresse gefahren bin wurde meine Vermutung bestätigt und mir war nicht ganz wohl, denn er war ein Schwarzer, der dann natürlich auch in einem Schwarzenviertel wohnte. O.k. es war kein Slum, aber man hat schon zuviel über erschossene Touristen in Miami gehört. Aber im nachhinein gesehen war es echt locker und der Typ war auch ganz nett.

Da dieser Tag jetzt eh schon verloren ist und das Wetter zwar warm, was auch sonst, aber nicht gerade sonnig ist bin ich gleich zum Airport und habe mein Ticket umgebucht. So daß ich jetzt schon am 17. Nov. und nicht erst am 29. Nov. zurückfliege. Danach konnte ich dann noch den Brief mit meinen 95,-- Dollar nach Arizona aufgeben und nach dem Greyhound auf die Keys erkundigen. Somit war dieser Tag organisatorisch gesehen mal wieder echt produktiv. Nebenbei konnte ich einer Deutschen am Flughafen mit meiner Telefonkarte aus der Patsche helfen. Sie war schon fast den Tränen nahe, weil sie mit dem Telefonieren hier auch nicht zurecht kam. Jetzt werde ich dann ins Hostel zurückfahren und meine Klamotten mal wieder waschen und morgen dann auf die Keys hinausfahren, um dann die letzte Etappe in Angriff zu nehmen.

Jetzt wird es glaube ich doch noch spaßig! Gerade habe ich das Hostel in Key West angerufen und die haben mir dann mitgeteilt, daß sie ausgebucht sind, so daß ich morgen, wenn ich dort ankomme erst einm nach etwas anderem suchen muß. Das ist dann der Spaß, den ich meinte. Aber ich denke es muß dort noch ein anderes Hostel geben, daß von einem Deutschen geführt wird, so daß ich morgen wahrscheinlich vor Ort mehr erreichen werde, als von hier aus.

53. Tag (28. Okt.)
O.k., heute habe ich mal wieder meine Pläne geändert, nachdem ich mir die ganze Sache noch mal durch den Kopf gehen ließ. Ich kam dann zu dem Ergebnis, daß ich eigentlich nur an dem Oversea Highway und an dem Städtchen interessiert bin, weil ich die besseren Strände sicher schon auf Hawaii gesehen habe. So daß es wahrscheinlich ausreicht ein oder zwei Tage nach diesem blöden Helloween Festival in Key West zu verbringen. So werde ich es mir hier noch gemütlich machen und noch ein bißchen auf der faulen Haut liegen. Aus welchem Grund sollte ich mir jetzt auch noch Streß machen, nachdem ich ja sowieso fast schon alles gesehen habe was ich sehen wollte. Und so war ich heute auch nur am Strand und habe mir dort das bunte Treiben angesehen.
54. Tag (29. Okt.)
Nachdem ich gestern also mal wieder am Strand war wollte ich mir heute dann 'Little Havanna', das kubanische Viertel hier in Miami ansehen. Was ich auch getan habe. Das war dann wohl aber auch der erste Flop hier in Amerika. Es war nämlich überhaupt ganz anders, als ich mir das so vorgestellt habe. Es sah aus wie überall hier und hatte kaum einen kubanischen Flair. Ich bin danach noch durch Miami Downtown mit den ganzen Geschäften geschlendert und dann wieder zurück ins Hostel gegangen. Dort konnte ich dann noch das Hostel in Key West für zwei Nächte reservieren, so daß ich dann übermorgen doch noch dorthin komme. Ohne großen Streß!
55. Tag (30. Okt.)
Es ist komisch, als ich am Strand lag ist es mir richtig aufgefallen. Ich liege hier an einem Traumstrand für viele Europäer, die Sonne scheint, es ist viel los, die Wellen rauschen heran und der Strand ist meilenlang, aber meine Gedanken hängen immer noch an Oahu. Und ich überlege mir ewig lange, wie es sein würde oder was ich dort im nächsten Urlaub machen würde. Ich glaube alle Strände, die ich jetzt in Zukunft besuchen werde müssen sich in meinen Gedanken mit denen Oahu's messen und werden sie nie erreichen.
56. Tag (31. Okt.)

Ich hasse es! Da ich bei dieser Infonummer, unter der man die Abfahrtszeiten nachfragen kann nie durchgekommen bin, bin ich heute morgen auf gut Glück zur Greyhoundstation gefahren und kam natürlich prompt eine Viertelstunde zu spät, so daß ich dann mal wieder 4 Stunden auf den nächsten Bus warten mußte. Aber zum Glück fahre ich nur noch 4 Mal mit dieser Company und werde dies dann auch noch überleben. In solchen Situationen schweifen dann die Gedanken schnell nach Deutschland ab. Das stelle ich in letzter Zeit häufiger fest. Nicht das ich Heimweh hätte, aber man hat halt so seine Gedanken. Was meiner Meinung nach auch verständlich sein dürfte. Schließlich bin ich jetzt auch schon 8 Wochen unterwegs.

Es gibt doch noch Lichtblicke bei dieser Company. Der Bus nach Key West ist anders als alle anderen mit denen ich bis jetzt gefahren bin. Die Sitze sind breiter und man hat mehr Fußraum. Es ist richtig angenehm und könnte ruhig immer so sein.

Der Oversea Highway hier raus nach Key West ist echt beeindruckend. Es sind über 40 Brücken, die längste davon 7 Meilen.

57. Tag (01. Nov.)
Ja was soll ich heute nun schon wieder schreiben. Heute morgen habe ich das Hemingway House besichtigt und ich würde sagen, daß ich dieses Haus auch gekauft hätte an seiner Stelle damals. Es ist absolut mein Stil. Danach war ich noch am Strand hinter dem Fort Taylor. Ein wirklich süßer Strand, wenn er nicht geschottert wäre. Aber was soll's die Biere in der Duval Street haben es wieder ausgeglichen.
58. Tag (02. Nov.)
Nun ich war heute noch mal kurz am Strand und bin danach, auf der Suche nach einem Burger durch das Städtchen geschlendert. Um 17.00 Uhr fährt mein Bus nach Titusville. Ich hoffe bloß, daß der Start der Atlantis nicht verschoben wird. Wenn doch, werde ich gleich und nicht erst am Abend nach St. Augustine weiterfahren, um dann dort noch die letzten Tage Sommer zu genießen. Das Hostel hier in Key West war ganz 'nett'. Zwar war das Zimmer für 6 Leute meiner Meinung nach viel zu klein und ein Gebäude wurde gerade von Termiten gereinigt, aber darüber kann man ja hinwegsehen. Schließlich war ich schon in Schlimmeren.
59. Tag (3. Nov.)
11.56 Uhr Ortszeit hob es ab. Das Atlantis Space Shuttle vom Kennedy Space Center. Und ich habe es gesehen! Es war ein Bilderbuchstart, wie man so schön sagt. Man hatte das ganze Szenario im Blickfeld, von den letzten Countdown Minuten über das Radio bis zum Verschwinden des Shuttles im All, und nicht nur wie im TV einen Ausschnitt von 70 Sekunden Länge. Es war sogar möglich etwas von diesem gigantischen Lärm hören, obwohl die Startrampe schätzungsweise 8 bis 10 Km entfernt ist. Verblüffend ist auch, daß man das Shuttle schon nach ca. 8 Minuten nicht mehr sah, weil es zu diesem Zeitpunkt schon so hoch war, daß es sich außerhalb der Atmosphäre befand. Der ganze Start vermittelte einem aber die ganze Zeit den Eindruck, daß es irgendwie ziemlich langsam vor sich ging. Dies ist ein absoluter Widerspruch, aber es ist einfach so. Es ist schon toll so etwas in der Realität miterleben zu dürfen, vor allem weil hier viel Atmosphäre zu spüren war. Um uns herum standen zum Schluß so ca. 300 Leute und applaudierten nach dem gelungenen Start. In diesem Moment konnte man sich dann auch vorstellen, wie es damals bei Apollo 11 gewesen sein muß, als die ersten Menschen zum Mond flogen.
60. Tag (04. Nov.)
Nachdem ich hier gestern abend in St. Augustine angekommen bin, habe ich heute erst einmal eine Dusche genommen, mich rasiert, meine Klamotten gewaschen und nach einem Friseur gefragt. Mit Roman dem deutschen Manager des Hostels hier komme ich ganz gut aus. Er hat mich mit dem Auto zum Strand mitgenommen und wir hatten echt viel Spaß. Die Wellen waren mit 1 bis 1 1/2 m recht ansprechend. Aber wir mußten doch feststellen, daß es auch schon Winter wird in Nordflorida. Man kann nur noch 3 bis 4 Stunden am Tag an den Strand und sollte sich doch schon abends ab 23.00 Uhr einen Pullover anziehen, wenn man draußen sitzt. Gestern abend hat mir Roman noch erklärt, wie man hier einen Führerschein machen kann. Na mal sehen vielleicht am Montag. Ein Führerschein wäre natürlich das absolute Souvenir.
61. Tag (05. Nov.)
Es wird immer mehr zum Faulenzer Urlaub. Roman und ich waren heute mal wieder am Strand und ansonsten habe ich nicht viel getan. Außer im Supermarkt ein bißchen eingekauft und mit den Leuten hier im Hostel geklönt. Na ja, die meiste Zeit hat dieser Ami aus San Diego gelabert. Er konnte dich glatt an die Wand reden, ohne daß du auch nur ein Wort verstanden hast.
62. Tag (06. Nov.)
Ich habe immer mehr das Gefühl, daß ich im Grunde eigentlich nur noch auf meinen Abreisetag warte. Als ich mich heute doch aufraffen konnte etwas anzusehen, da hatte ich nach 1 1/2 Stunden schon genug und bin wieder ins Hostel zurück gegangen, um dann den restlichen Tag zu faulenzen. Aber hier war es dann auch noch ganz interessant. Roman hatte heute schon ganz schön Trappel mit dem Typ aus San Diego. Er wollte ihn heute hinausbefördern, weil er heute nacht alle Leute aufgeweckt und an jeden ein dummes Gespräch über Politik hatte. So das die Polizei hier war und er ständig von der Immigration geredet hat. Es war wirklich eine Schau.
63. Tag (07. Nov.)
Nachdem das Drivers Licence Büro heute geschlossen hatte, bleibe ich jetzt doch noch einen Tag länger hier in Florida. Es ist einfach wärmer als in New York. Zwar hatten wir heute total bewölkten Himmel, aber ich bin trotzdem zum Strand. Roman konnte mich heute aber nicht fahren, wegen diesem blöden Typ aus San Diego. So daß ich mit dem Fahrrad unterwegs war. Zum Strand und den Strand entlang war es auch kein Problem. Ich hatte herrlichen Rückenwind, den ich später auf dem Rückweg fast schon wieder bereute. Der Weg wurde immer länger und als ich endlich nach 2 Stunden wieder im Hostel war hat Roman mir gesagt, daß es ungefähr 30 Meilen hin und zurück waren. Man verschätzt sich halt immer wieder mit den Entfernungen hier.
64. Tag (08. Nov.)

Ich hatte es mir eigentlich schon gedacht! Mit den Führerschein wurde es nichts. Nicht weil ich Ausländer ohne Visum und Social I.D. bin, sondern weil es mir einfach zu teuer wurde, da die hier in Florida noch einen "Alkoholkurs" von mir verlangten, der nochmals 25,-- Dollar gekostet hätte. 45,-- Dollar für ein Souvenir waren mir dann doch zu viel. So habe ich heute zum letzten Mal die Sonne am Strand genossen. Denn die Wellen waren heute mit bis zu 2 m wirklich nicht zu verachten. Schade, daß dies heute mein letzter Sommertag war. Aber wie sagt man so schön: "Wenn es am schönsten ist soll man gehen!" Zudem fällt mir immer mehr auf, daß ich mich jedesmal überwinden muß mein Zeug zusammenzupacken und weiter zu ziehen, wenn ich irgendwo länger als 3 bis 4 Tage war. Man lebt sich einfach zu schnell ein, aber vielleicht ist es auch nur eine gewisse Reisemüdigkeit,die sich bei mir gerade so einstellt.

Gerade warte ich so auf meinen Bus nach Atlanta und habe vorhin, bevor ich etwas essen ging mein Gepäck in der Greyhoundstation einlagern wollen für die kurze Zeit. Und was ist jetzt passiert? Was soll schon passiert sein! Die Greyhoundstation ist geschlossen, mein Gepäck ist nicht mehr zu sehen und ich kann jetzt nur noch hoffen, daß der Bus um 22.00 Uhr auch fährt und mein Rucksack schon auf dem Weg nach Atlanta ist. Aber ich muß schon feststellen, daß ich jetzt solche Situationen viel gelassener sehe. Es wird schon alles glatt gehen und mein Rucksack wieder auftauchen. Wenn nicht sehen wir weiter.

65. Tag (09. Nov.)

Atlanta, die Stadt, die 1996 die Olympischen Spiele bekommen hat. Oh je, die dürfen hier noch ganz schön klotzen. Denn hier gib es fast nichts was sehenswert ist. Und zu dem was sehenswert ist, braucht man, wenn man sich Zeit läßt vielleicht einen halben Tag.

Heute war ich dann bei Coca Cola, wo auch sonst? Es ist schon unglaublich, daß ein Produkt weltweit so gut verkauft wird. Ich denke, es ist glaube ich auch das Einzige. Ja irgendwo müssen ja die 7.000 Flaschen Coca Cola bleiben, die jede Sekunde auf der Welt getrunken werden.

Ich sitzt hier in dieser 'berühmten' Untergrund Mall und denke, daß das hier ganz gut sein könnte, wenn die Leute hier nicht die Chance verspielt hätten eine echt gute 'Fußgängerzone' zu schaffen. Denn man sieht hier drin nur Souvenir Läden und keine nützlichen Geschäfte, welche auch die einheimische Kundschaft anlocken würde. Wenn ich das heute so sehe wird es sich sicherlich kaum lohnen zur Olympiade hierher zu reisen. Aber keine Angst die Amis werden dieses "Nichts" schon großartig verkaufen.

66. Tag (10. Nov.)

Heute war das Wetter wie die Stadt. Es hat fast den ganzen Tag geregnet. Aber das hat mich nicht gestört. Ich habe mal bei Ted Turner reingeschaut um mal zu sehen, wie von hier aus die halbe Welt in ihrem Denken beeinflußt und manipuliert wird. Im CNN Center mußte ich feststellen, daß dazu eigentlich nicht viel dazugehört. Ein paar Computer, eine Bluescreen und ein paar hektisch wirkende Leute und fertig ist CNN.

Zuvor war ich aber an dem einzigen schönen Platz den Atlanta zu bieten hat, nämlich im Fox Theatre und es war ganz nett anzuschauen. Martin Luther King Center rundete dann das Programm, welches ich mir gestern aufgespart habe, ab.

67. Tag (11. Nov.)
Nach der Nachtfahrt von St Augustine nach Atlanta bin ich heute nach Washington D.C. am Tag unterwegs. Ich wollte einfach meine letzte große, 13-stündige Greyhoundfahrt noch mal in vollen Zügen "genießen". Als ich dann hier endlich um 21.00 Uhr ankam hatte ich keine Lust mehr und bin mit einem Taxi zum Hostel gefahren. Dort traf ich noch 2 Mädels, die in Chicago Aupair sind und mit denen bin ich dann noch in eine Kneipe gegangen bin, um den Tag noch auslaufen zu lassen.
68. Tag (12. Nov.)

Als erstes wollte ich heute Bill besuchen, aber auf den Einlaß ins Weiße Haus hätte ich 2 Stunden warten müssen, was mir dann doch zuviel war. Und so mußte Bill dann doch auf meine Bekanntschaft verzichten. Pech gehabt Bill! Danach bin ich dann die Mall zum Capitol hinunter gelaufen und habe mir auf dem Weg dorthin noch das Air and Space Museum angeschaut. Das war das erste Museum, welches echt super war.

Im Moment sitze ich gerade in der Union Station, ein absolut überraschender Bahnhof für amerikanische Verhältnisse. Mit Einkaufspassagen, Restaurants und einem stilvollen Ambiente. Schöner als viele deutsche Bahnhöfe. Washington ist eben ganz anders als alle anderen Städte der USA. Hier spürt man überall die Nähe zur Regierung und zur Weltpolitik. Washington ist deshalb wohl auch die einzige amerikanische Stadt, die sich auch für die Welt interessiert und nicht nur für Amerika.

69. Tag (13. Nov.)
Washington erschlägt einen mit seinen vielen Gedenkstätten. Vor allem dieser Arlington Friedhof. Es ist im Grunde kein Friedhof, sondern eine Heroisierung von Opfern, die ihr Leben für "Frieden und Freiheit" gegeben haben.
70. Tag (14. Nov.)

Nun sitze ich schon wieder vor einem Eingang und warte auf eine Führung. Diesmal durch das FBI Gebäude. Ich bin extra noch mal einen Tag länger in Washington geblieben, weil viele gesagt haben, daß es sehenswert ist.
Gestern abend war ich mit Adam einem Schotten, der in Deutschland studiert mal wieder im Planet Hollywood und hinterher sind wir dann noch ins Kino gegangen. Forrest Gump mit Tom Hanks war ein netter Film und das verblüffendste daran war, daß ich den Film auch noch verstanden habe.

Apropo Film! So langsam glaube ich nicht mehr, daß meine Bilder noch was werden, denn sooft wie meine Kamera und die Filme durchleuchtet wurden kann es eigentlich gar nicht sein. Heute schon wieder 2 mal. Einmal beim FBI und das zweite mal im Pentagon. Die Führung durch das FBI war richtig spektakulär. Es gab über 5.000 beschlagnahmte Waffen zu sehen, darunter ganze Maschinengewehre und der Karabiner von Lee Harvey Oswalt. Außerdem gab es noch beschlagnahmten Schmuck und sonstige Wertgegenstände zu sehen. Aber der Höhepunkt war natürlich die Vorführung des FBI Agenten, der mit seinen Revolver und seiner Maschinenpistole in eine Pappfigur feuerte.

Ganz so spektakulär ging es im Pentagon natürlich nicht zu, aber das größte Bürogebäude der Welt beeindruckte allein durch seine Größe schon enorm. So viele verschiedene Militärs wie hier an einem Ort sind, wird man wohl sonst nirgends auf der Welt mehr zu sehen bekommen. Ich sah sogar einen 4 Sterne General des Generalstabs. Er ist einfach so an mir vorbeilaufen. Einfach unglaublich!

71. Tag (15. Nov.)

Nun sitze ich im Bus zu meiner letzten Fahrt von Washington D.C. nach New York City. Dann bin ich wieder da angekommen, von wo aus ich gestartet bin. Heute fahre ich schon wesentlich gelassener nach New York, als an dem Tag an dem ich nach New York geflogen bin. Ja so ändern sich die Zeiten und so schnell ist nun dieser riesengroße Urlaub auch vorbei gegangen. Schade!

Jetzt bin ich wieder in New York, und da ich schon einige andere amerikanische Städte gesehen habe, wird es mir klar, warum New York als die hektischste Stadt der Welt bezeichnet wird. Hier kann man nicht einfach gelassen auf der Straße schlendern, man wird automatisch von dieser sich ständig in Bewegung befindlichen Masse von Menschen angesteckt. Nun ist es auch kein Wunder mehr, daß ich am Anfang hier völlig rotiert habe. Selbst jetzt fällt mir manchmal auf, daß ich mir so Fragen stelle wie: "Wo bin ich eigentlich?, Was will ich eigentlich?, Wo will ich eigentlich hin?" Im nachhinein gesehen war es eigentlich total verrückt als erstes gleich nach New York zu fliegen. Da gibt es sicherlich ruhigere Ausgangsorte.

Aber was soll's, so genieße ich die letzten 1 1/2 Tage Shopping hier noch, und fliege dann zurück nach Deutschland.

72. Tag (16. Nov.)
So das war also mein letzter voller Tag in Amerika. Ich war heute den ganzen Tag einkaufen, und es ist schon wahnsinnig, was man hier alles Einkaufen kann. Kein Wunder, daß die 'Großen' dieser Welt hierher zum Einkaufen kommen. Der Flair dieser Luxuskaufhäuser an der Fifth Avenue ist unbeschreiblich. Wenn Pullover zwischen 350,-- und 470,-- Dollar kosten, dann ist dort auch entsprechendes Publikum. Von Tiffany brauche ich erst gar nicht zu reden. Ich habe es auch erst gerade gemerkt, als ich den Rucksack gepackt und die Kreditkartenzettel zusammengerechnet habe, wie schnell man hier dem Kaufrausch verfällt. Aber es war toll, vor allem, wenn man die ganzen Leute sieht und schon die erste Weihnachtsstimmung aufkommt, dann kann man es so richtig genießen.
73. Tag (17. Nov.)

So jetzt warte ich nur noch auf das Bording und dann bye bye USA.

Auf jeden Fall freue ich mich jetzt wieder auf zu Hause. Nicht mehr die ganze Zeit englisch reden, nicht mehr nach einem Hostel suchen, nicht mehr auf der Suche nach irgendwelchen Busverbindungen, Sehenswürdigkeiten oder Sonstigen zu sein. Endlich mal wieder richtiges Essen, mal wieder Freunde treffen, richtiges Bier trinken und mal wieder all die gewöhnlichen Dinge tun, die man erst vermißt, wenn man mal längere Zeit nicht zu Hause ist. Auf der anderen Seite werde ich aber auch einiges aus der USA vermissen. 24 Stunden geöffnete Läden und dieses unbeschreibliche Easy Living. Zum Reisen absolut genial!

Und zum Schluß muß ich jetzt doch noch sagen, daß es das Beste war alleine unterwegs gewesen zu sein und ich bin auch fest davon überzeugt, daß ich das Beste daraus gemacht habe und es super angetroffen habe, Greyhound war schon ein ziemliches Abenteuer, auf eine gewisse Art auch spaßig, und man muß es ein Mal in seinem Leben gemacht haben. Go easy, go simple, go Greyhound!

Es war eine lange Zeit und eine schöne Zeit! Der Anfang meiner Reise liegt schon so weit zurück, daß ich erst einmal meine Bilder anschauen muß, um zu glauben, daß ich dort war. Die zurückliegend Zeit erscheint mir gerade so irreal. - Es war am Schluß eigentlich gar keine Reise mehr. Es war das Leben von, einer Stadt in die Nächste zu ziehen!

     
  Kennedy Space Center  
 
John F. Kennedy Space Center
 
     
     
  Florida  
 
Die Seven Mile Long Bridge auf dem Oversea Highway nach Key West
 
     
     
  Florida  
 
Key Waest, Duval Street
 
     
     
  Florida  
 
12.56 Uhr: Das Atlantis Space Shuttle auf dem Weg ins All
 
     
     
  Washington  
 
Washington DC, Memorial City
 
     
     
  Washington  
 
Die Mall in Washington
 
     
     
  Washington  
 
Der 16. Präsident der USA
 
     
     
  New York  
 
Ein abendlicher Blick vom Empire State Building
 
     

  
 

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