Seychellen '03 - Entdecke ein Paradies

Praslin und Victoria

 

19. Tag (19. Nov.)

Ich bin auf Praslin angekommen, nachdem ich heute Morgen das erste Boot von La Digue genommen habe. Gleich nach dem Frühstück habe ich die Gelegenheit war genommen mit anderen Gästen zusammen in einem Taxi zu Hafen zu fahren, so dass ich nicht zur Mole laufen musste. Vom Hafen auf Praslin habe ich dann anschließend ein Taxi hierher zum Badamyen Guesthouse genommen um so wenig wie möglich laufen zu müssen.

Draußen hat sich der heutige Regen wieder verzogen, ich liege auf dem Bett meiner nächsten Unterkunft und habe einen direkten Blick aufs Meer. Es ist sehr verlockend einfach nur hineinzuspringen. Es sind jedoch nicht die Tabletten und auch nicht mein immer noch dicker Fuß der mich daran hindert, sondern die Schrittverletzung am Fuß. Heute habe ich den Verband einmal weggemacht um mir die Sache einmal genauer anzuschauen. Die Wunde sieht gut aus und tut auch nicht weh wenn ich sie nicht belaste. Wie ich es sehe habe ich mir nicht nur die Haut aufgerissen sondern auch das darunter liegende Fleisch. Das bedeutet das es noch eine ganze Weile dauern wird bis die Sache wieder einigermaßen verheilt ist. Somit sind die Pläne hier auf Praslin vorerst auf Eis gelegt und ich hoffe das ich in ein paar Tagen noch etwas unternehmen kann bevor ich nach Mahé zurückfahre.

Den Tag verbringe ich mit Lesen und Schlafen. Am Nachmittag regnet es noch einmal und ansonsten ist der Himmel ziemlich bewölkt. Abends war das Essen im Vergleich zu den ersten Unterkünften nicht so gut und deshalb verziehe ich mich auch recht schnell mit einem Bier auf meine Terrasse und verbringe den restlichen Abend dort.

20. Tag (20. Nov.)

Am Morgen nach dem Frühstück mache ich mich mit dem Bus wieder einmal auf den Weg ins Krankenhaus um mir den Verband erneuern zu lassen. Die Wunde an der Luft heilen zu lassen ist hier in den Tropen wohl keine gute Idee. Deshalb bin ich in zwei Tagen wieder zum erneuten Verbandswechsel bestellt.

Nachdem dies erledigt war ging ich noch am Fähranleger vorbei und besorgte mir bereits ein Ticket für die Überfahrt nach Mahé, da mir gesagt wurde das die Cat Coco, wie der Katamaran genannt wird an den Wochenenden von Einheimischen ausgebucht sein kann. Somit habe ich mich auch auf das Boot festgelegt, obwohl ich noch daran dachte mit dem Flieger nach Mahé zurückzukehren. Dann hätte ich jedoch vom Flughafen nach Victoria mit dem Bus fahren müssen und so komme ich direkt in Victoria an.

Danach nahm ich wieder den Bus zurück und verbrachte den Rest des Tages mit Lesen, Schlafen und Wolken beobachten, die sich direkt vor meinem Zimmer immer wieder bildeten, zerfielen, weiterzogen oder abregneten.

21. Tag (21. Nov.)

Heute dachte ich das es auch wieder so ein Tag gibt an dem ich mich von hier nicht wegbewegen würde. Dem war aber nicht so, da Sandra und Thomas mich spontan nach dem Frühstück gefragt haben ob ich zur Anse Lazio in den Norden mitkommen will. Sie hatten im Auto noch einen Platz frei. Natürlich habe ich mich gefreut und spontan zugesagt. So sind wir nach dem Einladen von Kind und Kegel die ganze Insel hinauf in den Norden zur Anse Lazio gefahren. Mit dem Auto hat man den Vorteil das man bis zum Strand fahren kann, während die letzte Haltestelle des Bus ungefähr einen Kilometer davon entfernt ist und man dann zu Fuß noch über eine Bergkuppe laufen muss.

Da waren wir nun an der berühmten Anse Lazio, einer wirklich traumhaften Bucht, die, wenn es so etwas geben sollte annähernd perfekt ist. In einer leichten Biegung schwingt sich der weiße Sandstrand die Bucht entlang, die auf beiden Seiten von Granitfelsen und üppiger Vegetation eingerahmt wird. Das Wasser ist azurblau, der Strand fällt leicht zum Wasser hin ab und der Sand setzt sich im Wasser bis in große Tiefe fort. Unter ausreichend vorhandenem und wohltuenden Schatten heraus lassen sich die seicht am Strand brechenden Wellen beobachten. Zwischendurch liegen wie einzeln verstreute Kieselsteine große Granitblöcke im Wasser und am Strand. Diese geben der Bucht und der ganzen Szenerie einen verspielten Flair.

Wir machen es uns unter einen weit ausladenden Laubbaum bequem und es zieht noch kurz ein Schauer vorüber bevor die Sonne wieder vom blauen Himmel lacht. Es sind relativ viele Leute hier, aber es ist noch erträglich. Da ich heute sowieso nicht ins Wasser kann nehme ich mir die Zeit um andere Leute zu beobachten. Als erstes war ein Pärchen mittleren Alters zu sehen welches scheinbar das ultimative Foto machen wollte. Dabei stellte sie sich in den verschiedensten Posen auf, während er sicherlich Hunderte Fotos von ihr machte. Die ganze Sache sah jedoch wenig professionell und deshalb ziemlich komisch aus. Gegen später, und auch eine ganze Zeit lang konnte man einer Familie zuschauen, die über Stunden hinweg wie wild im Sand wohl nach Muscheln gegraben haben. Ziemlich erfolgreich wie die vollen Tüten offenbarten, jedoch an diesem Strand etwas unpassend.

Gegen Mittag essen wir noch eine Kleinigkeit im Bon Bon Plum Restaurant. Wir sind dabei recht froh darüber das die Regierung in dieser Bucht bisher keinerlei Hotelbauten genehmigt hat und genießen die entspannte Atmosphäre. Wir verlassen den Strand kurz vor Sonnenuntergang nachdem die Tagestouristen bereits lange weg sind und wir den Strand fast für uns haben. Es ist wunderschön hier und ich werde bestimmt noch mal hierher kommen.

22. Tag (22. Nov.)

Heute lasse ich mir meinen Verband ein letztes Mal wechseln und dann wird die Sache hoffentlich auch soweit ausgestanden sein. Der Bus war brechend voll als er angekommen ist. Als jedoch die ganzen Touris aus dem Guesthouse noch mit eingestiegen sind lief der Schweiß nur so in Strömen. Der Tata Bus quälte sich wie immer im ersten Gang die 30%ige Steigung hinauf und zu dem geöffneten Fenstern kam kein Lufthauch herein. Auf der anderen Seite hatte man alle Mühe beim Durchfahren der Serpentinen sich mit aller Kraft festzuhalten um nicht umzufallen.

Im Krankenhaus ging das Verbinden recht schnell und ich schnappte den nächsten Bus ins Vallée de Mai, dem National Park im Herzen von Praslin. Am Eingang löste ich mein Ticket und ließ mich ganz geruhsam in eine urzeitliche Zeit unter den Coco de Mer Palmen versetzen, die seit mehreren Millionen Jahren nur hier wachsen. Gleich am Eingang des Parks steht man nur noch staunend vor den riesigen Palmen und Palmenblättern. Man hat das Gefühl als ob man sich in einer prähistorischen Zeit befindet und rechnet jeden Moment fest damit das gleich über den Köpfen der Menschen Riesenlibellen und Flugsaurier hinwegfliegen. Am Boden herrscht kaum Vegetation, riesige abgestorbene Palmblätter bedecken den Boden, das Blätterdach ist dicht geschlossen, nur an wenigen Stellen trifft Sonnenlicht auf den Boden. Wenn der Wind in die Palmwedel greift und diese gegeneinander drückt könnte man meinen Trommelschläge zu hören.

Ich lasse mich langsam auf den vorgegebenen Pfaden durch das Grün treiben und betrachte manche Details mit großem Interesse genau. Die Palmwedel die bereits abgestorben auf dem Boden liegen zeigen nach längerer Zeit eine immer noch überraschende Festigkeit und die Oberfläche fühlt sich bei Berührung immer noch erstaunlich glatt und angenehm an. Fast als wenn diese Blätter aus Kunststoff hergestellt wären.

Am nördlichen Ende des Parks gibt es einen kleinen Aussichtspunkt und eine Bank auf der ich es mir über eine Stunde lang bequem mache. Zwischendurch kommen einzelne Touristen und gehen auch wieder. Es ist einfach schön Zeit zu haben.

Irgendwann erreiche ich den Ausgang wieder und wollte noch die Straße entlang zu einem Wasserfall laufen. Als ich jedoch unterwegs bin erscheint mir der Besuch beim Wasserfall als ein wenig überflüssig und so strecke ich eher gelangweilt als mit kalkulierter Absicht meinen Daumen raus, als wieder einmal ein Motor zu hören war. Der kleine Kipplaster hält an, ich springe hinten auf die Ladefläche und "surfe" sozusagen auf der Straße der Grand Anse entgegen. Dort steige ich wieder ab und gehe gleich gegenüber in einen Take Away um zur Abwechslung mal wieder einen Fisch zu essen.

Die fast zwei Stunden die ich anschließend auf den Bus warten musste verbringe ich auf einer Mole, am Horizont ist Mahé zu erkennen und darüber bilden sich riesige Quellwolken die die Insel zu duplizieren scheinen. Es ist immer wieder beeindruckend zuzusehen wie sich diese riesigen Wolkengebirge bilden, auflösen, weiterziehen oder irgendwo am Horizont abregnen. Innerhalb von Minuten kann sich die Form komplett verändern und sich bewegen als ob es etwas lebendiges wäre.

Durchaus lebendig ging es auch anschließend an der Bushaltestelle zu, denn es kann unterhaltsam sein die Leute auf der Straße zu beobachten und einfach nur zuzusehen wer wie seine Zeit verbringt. Doch schließlich kam der richtige Tata Bus und ich konnte wieder zur Unterkunft zurückfahren.

23. Tag (23. Nov.)

Heute werde ich mal wieder richtig an den Strand zu gehen. Ich nehme wieder einmal den Bus und fahre die ganze Westküste hinauf zur Anse Kerlan. Wie ich jedoch nach dem Aussteigen aus dem Bus festgestellt habe bin ich irgendwie zu weit gefahren und war schon an der Endstation. Deshalb habe ich mich dann gleich dazu entschieden an die Anse Georgette zu gehen. Seit vor ein paar Jahren das Lemuria Golf Resort dort gebaut führt kein normaler Weg mehr zum Strand und man ist gezwungen über den Golfplatz zu marschieren. Irgendwie haben Sie den gesetzlich festgeschriebenen freien Zugang zu den Stränden beim Bau dieser Anlage nicht beachtet und deshalb wohl keinen gesonderten Weg zum Strand angelegt.

Wie auch immer, am Hotel Gate haben Sie mich dann problemlos passieren lassen und ich konnte mir erstmalig einen Golfplatz näher anschauen. Nach kurzer Zeit habe ich hinter dem 13. Loch den schneeweißen Sand der Anse Georgette erreicht und konnte sehen wie sich die azurblauen Wellen gebrochen haben. Es ist hier fast genauso schön wie drüben an der Anse Lazio. Ich breite mein Handtuch im Schatten einen großen Baumes aus und schaue auf Meer. Es ist schon ein gutes Gesetz welches den freien Zugang zu den Stränden garantiert!

Nachdem ich fast den ganzen Nachmittag am Strand verbracht habe wollte ich noch an eine daneben liegende Bucht und merke auf dem Weg dorthin das es direkt an der Rezeption vorbeigeht. Als ich dort war wurde mir klar das sich hier nur reiche Leute gelangweilt auf ihren Strandliegen hin und her wälzten und ich mich dann schnell verabschiedete und weiter zur nächsten Bucht gegangen bin. Ich befand mich zwar immer noch innerhalb dieser Hotelanlage jedoch habe ich dort niemanden gesehen. Und da dieser Strand zum Baden nicht so einladend war habe mich einfach in den Sand gesetzt und den Wellen bei ihrem Spiel zugeschaut.

24. Tag (24. Nov.)

Es ist bewölkt, ich habe lange geschlafen und den Nachmittag mit Lesen verbracht. Es war mal wieder ein schön relaxter Tag der so gemütlich dahinplätscherte.

25. Tag (25. Nov.)

Es ist wie gestern zwar immer noch bewölkt aber ich stehe trotzdem um 9.00Uhr an der Bushaltestelle und rumple anschließend wieder die Westküste hinauf bis ich den Flughafen passiert habe. Dort steige ich aus und gehe die Anse Kerlan weiter nach Norden entlang. Die Bucht ist ruhig und verlassen. Beim Blick aufs Meer kann man heute morgen am Horizont Mahé kaum erkennen. Silhouette ist nur mit Mühe auszumachen. Ich setze mich auf einen Felsen lasse mir den Wind um die Nasse wehen und beobachte die See. Das Ufer ist an vielen Stellen auf dieser Seite der Insel von den Wellen stark angegriffen und dies wird sich wohl auch in Zukunft schwer aufhalten lassen, obwohl Befestigungsmaßnahmen sichtbar sind. Trotzdem ist der Strand schön und als ich das Ende der Bucht erreiche kehre ich wieder auf die Straße zurück. Dieser folge ich dann bis zu deren Ende in den Bergen. Vor hier aus erwartete ich einen schmalen Pfad zur Anse Lazio. Jedoch musste ich feststellen das bis hoch hinauf ein breiter Fahrweg vorhanden war. Oben auf dem Berg wurde ein neues Restaurant oder Hotel gebaut, welches natürlich einen wunderschönen Blick auf die Bucht besitzt. Ich habe dann die Gelegenheit genutzt und mich alleine auf die bereits fertiggestellte Terrasse gesetzt um eine Pause zu machen und den Blick gleiten zu lassen. Später ging es auf dem Weg zum Strand an einem Haus mit wunderschönen, weil mit einer Vielzahl von farbenfrohen Blumen bewachsenen Garten vorbei weiter hinunter ans Meer. Der Küste folgend habe ich dann die Anse Lazio erreicht und meinen Nachmittag dort verbracht. Heute waren jedoch sehr viele Jachten in der Bucht vor Anker was mir nicht so gut gefallen hat. Irgendwann habe ich mich dann auf den Weg zum Bus gemacht und konnte auch gleich mit einsteigen als ich an der Haltestelle angekommen bin.

26. Tag (26. Nov.)

Ups! Es ist bereits mein letzter Tag auf Praslin, wie schnell doch die Zeit vergeht. Was mache ich denn heute noch?

Ich fahre mit dem Bus an die Anse Volbert im Westen der Insel. Ich schlendere entlang des Strandes. Es eröffnet sich ein sehr schönes Panorama mit kleinen vorgelagerten Inseln und den weißen Stränden auf Curieuse im Hintergrund. Palmen spenden Schatten und deshalb setzt ich mich erst mal für eine Weile hin. Am Strand ist nichts los, nur ein paar Boote dümpeln farbenfroh im Wasser. Ich gehe ein Stückchen weiter und entdecke das man zu einer kleineren Inseln durchs Wasser waten kann. Es ist gerade einmal hüfttief und so erhalte ich von der anderen Seite einen ganz neuen Eindruck als ich zurückblicke. Das war auch schon alles und nachdem ich ein paar Fotos geschossen habe mache ich recht schnell kehrt und gehe an den Strand zurück. Anschließend schlendere ich weiter den Strand entlang und treffe durch Zufall ein paar Leute aus meinem Guesthouse. Ich brauche eine Erfrischung und wollte mir diese im Wasser holen. Leider stelle ich jedoch recht schnell fest das es bei Ebbe hier sehr flach ist und ich deshalb sehr weit hinauslaufen muss. Es hat nicht viel Spaß gemacht und deshalb habe ich mich gleich dazu entscheiden wieder raus zu gehen und den nächsten Bus an die Lazio zu nehmen.

Nachdem ich zu Fuß den Hügel überquert und den Strand erreiche stürze ich mich zuerst einmal in die Fluten. Es ist herrlich, das Wasser warm und ich lasse mich von den Wellen schaukeln. Einen schattigen Platz habe ich auch schon unter einer Palme gefunden und so genieße ich den Nachmittag mit Sicherheit am schönsten Platz auf der Insel. Im Bon Bon Plum Restaurant nehme ich noch eine Cola und mache mich gerötet von der Sonne am Spätnachmittag auf dem Weg zur Haltestelle. Als ich dort ankomme stelle ich fest das der Bus erst in einer Stunde fährt. Deshalb entschließe ich mich die Straße an der Anse Boudin entlang zu gehen und mir noch ein bisschen die Gegend anzuschauen. Die Wolken über Curieuse färben sich bereits schön rot und ziehen rasch über den Himmel. An einer Haltestelle an der Anse Boudin setze ich mich auf eine Bank und warte. In der Gegenrichtung kommt der Bus auch kurz darauf vorbei. Der Fahrer sieht mich und hupt kurz um mir zu zeigen das er mich auf dem Rückweg mitnimmt. Bis dahin beobachte ich weiterhin die Wolken am Himmel und bin irgendwann als es bereits dunkel ist zurück im Guesthouse.

27. Tag (27. Nov.)

Heute ist Rückreise nach Mahé, ich sitze am Pier und warte auf die Cat Coco, dem Schiff nach Victoria. Heute Morgen hatte ich noch ein kleines Frühstück auf der Terrasse und konnte den im Nu heller werdenden Tag begrüßen. Es war als ob jemand das Licht angeknipst hätte. Der Bus heute morgen war voll und ich drückte mich mit meinem Gepäck noch hinein. Während der Fahrt bin ich gestanden und hatte Mühe senkrecht stehen zu bleiben als der Bus für mich das letzte Mal die Serpentinen heruntergefahren ist. Es war mal wieder eine Erlebnis wie der Fahrer die sehr engen Kurven nur mit Zentimeterabstand zur Mauer oder den Abgrund gemeistert hat. Hut ab!

Die Cat Coco ist angekommen, die Leute strömen von Bord und wir gehen auf das Schiff. Ich stelle mich gleich an den Bug als wir auslaufen. Der Katamaran nimmt gleich richtig Fahrt auf, so dass einem der Wind um den Nase weht. Nach ein paar Minuten verlassen wir die Bucht und steuern in Richtung Mahé. Die Sicht heute Morgen ist phänomenal gut und Mahé und Silhouette sind bereits deutlich zu sehen. Die See ist sehr ruhig, zum Teil spiegelglatt. Das Schiff durchpflügt das Wasser, so dass rechts und links die Fliegenden Fische flüchten, kurz ist auch noch ein Rochen zu sehen. Mahé liegt unter einer riesigen Quellwolke die von der Sonne angestrahlt wird und sich auf der Wasseroberfläche spiegelt. Ein unglaublich schönes Bild. Mahé kommt schnell näher aber wir werden wohl das Wettrennen mit einem Regenschauer, der von der rechten Seite her nach Victoria hineinzieht nicht gewinnen können. Nach einer Stunde legen wir bereits an. Ich schnappe mein Gepäck, es tröpfelt nur ein wenig und ich mache mich auf den Weg zum Guesthouse. Nach einer halben Stunde komme ich dort total verschwitzt an und brauche erst einmal eine Dusche.

Das Haus selbst ist ein alter Kolonialbau hoch über der Stadt in Bel Air gelegen. Mein Zimmer befindet sich im ersten Stock, welcher durch eine schmale Holztreppe zu erreichen ist. Die Zimmertüren bestehen aus alten Doppelflügelholztüren und der Balkon auf diesem Stock ist von einem weit vorgezogenen Dach geschützt. Der Blick vom Balkon auf den Hafen und die Stadt ist sensationell! Wow!

Nachdem ich dann wieder fit war ging ich auf Besichtigungstour durch Victoria. Zuerst besuche ich den berühmten Selwyn Clark Market auf dem Fisch und Obst ganz frisch verkauft wird. In der sich daran angrenzenden Market Street reiht sich ein Laden neben den anderen. Zum Teil befinden sich die Läden noch in alten Kolonialhäusern, die keine Schaufenster besitzen und man deshalb zuerst eintreten muss um herauszufinden was eigentlich verkauft wird.

Ein Kaffee auf dem Balkon im ersten Stock eines Cafes mit Blick auf die Hauptstraße und deren geschäftiges Treiben brachte anschließend Ruhe mit sich. Danach schlenderte ich über den Souvenir Market wo ich mich in eine Model eines alten Segelschiffs verguckt habe. Nur habe ich nun das Problem das ich schon in zwei Tagen abreise und die Modelle mehr oder weniger erst nach Auftrag angefertigt werden. Mit der Verkäuferin habe ich mich so geeinigt das Sie mir das Model etwa eine Stunde vor meiner Abreise ins Guesthouse bringt. Ich bin ja mal gespannt ob dies funktionieren wird.

Als ich wieder aus der Stadt zurück war habe ich mir erst einmal eine Weile auf den Balkon zurückgezogen und den Hafen beobachtet, in dem eine ganze Weile mit den großen Schiffen manövriert wurde. Es waren nämlich mehrere riesige Tunfischfänger im Hafen die gigantische Schleppnetze an Bord hatten.

Am Abend ging ich ins Kaz Zanana zum Essen. Ein sehr empfehlenswertes Restaurant welches sich in einem alten Holzhaus aus der Kolonialzeit logiert. Gleich nach dem Eingang befindet sich eine Kunstgalerie und nach hinten hinaus eine einladende Terrasse auf der leckere Fischgerichte in einem angenehmen Rahmen serviert werden. Dabei musste ich daran denken das ein Urlaub, der meine Erwartungen weit übertroffen hat leider bald zu Ende geht. Ich hätte es kaum besser antreffen können.

28. Tag (28. Nov.)

Mein wirklich letzter voller Tag an dem ich noch einmal im Meer baden gehen will. Dafür habe ich mir die Anse Major ausgesucht, die in einem Nationalpark liegt und zu Fuß über einen Pfad an der Küste entlang zu erreichen ist. Ich steige an der Beau Vallon Bay aus und schaue mir den touristisch ausgebautesten Strand der Seychellen an. Es ist eine langgezogene Bucht mit einem schönen Strand den ich auch bis zum Ende entlang laufe. Dort treffe ich wieder auf die Straße und gehe weiter bis ich irgendwann in den National Park des Mount Seychellois komme. Die Straße hat aufgehört und es geht nur noch einen schmalen Wanderpfad entlang. Überraschend jedoch ist das immer noch ein Haus und dahinter noch ein weiteres Haus im Grün auftaucht. Schließlich habe ich dann irgendwann doch das letzte Haus passiert und der Weg geht es immer höher hinauf und quert die Felsen mit einem sehr schönen Ausblick auf Silhouette. Nach fast einer Stunde erreiche ich die Anse Major. Es ist eine kleine Bucht in der erst nach und nach noch eine handvoll Leute auftauchen.

Ich gehe noch einmal, zweimal;..... baden und kann mir noch gar nicht vorstellen das ab morgen Abend Vorweihnachtszeit und Wintermantel angesagt sein soll. Uah! Aber darüber will ich erst gar nicht nachdenken.

Auf dem Weg zurück ist Silhouette von dieser Seite der Insel sehr schön zu erkennen und ich genieße den Weg, der sehr gut ausgebaut ist. Dabei fällt mir auf wie schwarz auf dieser Insel die Granitfelsen sind, während auf den anderen Inseln die Felsen viel heller erscheinen. Recht müde erreiche ich schließlich die Bushaltestelle und als der Bus kommt bin dann wieder recht schnell in Victoria zurück. Zu erst nehme ich eine Dusche um mir das Salz und der Schweiß wieder runterzuspülen.

Als ich anschließend mich auf den Balkon zurückgezogen habe tut sich heute nichts aufregendes im Hafen. Die Tunfischfänger, die gestern noch hier waren sind alle rausgefahren um ihre Treibnetze wieder kilometerweit auf dem Ozean zu verteilen. Es ist warm, es weht ein leichter Hauch vom Meer herauf und man kann erkennen wie einzelne Regenschauer auf dem Meer entlang ziehen. Es ist zu schön, aber ich muss mich trotzdem aufraffen um zu packen!

29. Tag (29. Nov.)

Es ist geschafft! Ich sitze beim Boarding und warte auf meinen Rückflug, nachdem es heute Morgen mal wieder "just in time" war. Eigentlich wollten sie das Boot ins Guesthouse liefern. Nachdem eine halbe Stunde über die Zeit war klingelte das Telefon und eine Stimme erklärte das sie direkt an den Flughafen kommen werden. So machte ich mich auf den Weg zum Airport und checkte bei der Airline schon mal ein. Am ausgemachten Treffpunkt wartete ich dann auf die Modelbauer. In einer halben Stunde sollte bereits Boarding sein und von den Leuten ist immer noch keine Spur zu sehen, bis ich plötzlich ein Auto herfahren sehe. Sie haben wohl noch bis zur letzten Minute daran gearbeitet und das Model war noch nicht verpackt um es mir noch zeigen zu können. Es sieht gut aus! In der kürze der Zeit suchen wir uns noch vor dem Gebäude einen Platz um es zu verpacken. Ich hatte schon Bedenken ob ich es überhaupt heil transportieren kann, aber die Verpackung scheint recht stabil zu sein um das Model vor Beschädigungen zu schützen. Gleich darauf gehe ich durch den Zoll und komme gerade noch rechtzeitig zum Boarding ins Terminal, als gerade in einer Durchsage auf die einstündige Abflugverschiebung hingewiesen wurde.

Im Flugzeug habe ich wegen meines fragilen Handgepäcks einen Platz mit umbesetzen Nebensitz bekommen damit ich mein Boot dort ablegen zu können, d.h. wir sind nun mit einer Stunde Verspätung in der Luft. Die meisten Leute schauen noch einmal sehnsüchtig aus den Fenstern als wir über Praslin in Richtung Europa abdrehen.

Unter uns erstreckt sich gerade das Rote Meer und ich kann immer noch nicht glauben das es jetzt wieder nach Hause gehen soll. An das Klima in den Tropen kann man sich zu leicht gewöhnen, besonders wenn es sich um ein so angenehmes wie auf den Seychellen handelt. Kann den unser Kapitän nicht einfach eine schöne, langgezogene Schleife fliegen??

     
  Im Süden von Praslin  
 
Praslin
 
     
     
  Anse Lazio  
 
Ein Traumstrand die Anze Lazio
 
     
     
  Anse Lazio  
 
Die Anse Lazio
 
     
     
  Anse Lazio  
 
An der Anse Lazio
 
     
     
  Coco de Mer  
 
Die Coco de Mer
 
     
     
  Valleé de Mai  
 
Valleé de Mai
 
     
     
  Lemuria Golf Resort  
 
Lemuria Golf Resort
 
     
     
  Anse Georgette  
 
Die Anse Georgette
 
     
     
  Auf dem Weg zur Lazio  
 
Ein tropischer Garten
 
     
     
  Anse Volbert  
 
Vorgelagerte Insel an der Anse Volbert
 
     
     
  Anse Volbert  
 
Anse Volbert
 
     
     
  Cat Coco  
 
Der Cat Coco Katermeran
 
     
     
  Mahé im Indisch. Ocean  
 
Die Fahrt nach Mahé
 
     
     
  Bel Air - Victoria  
 
Blick von der Terrase des Bel Air Guesthouse
 
     
     
  Selwyn Clark Market  
 
Selwyn Clark Market
 
     
     
  Clock Tower - Victoria  
 
Clock Tower - Victoria
 
     

  
  

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