Ein Monat in Südafrika

Kapstadt und das
Kap der Guten Hoffnung!

19.Tag

Heute sollte also der Höhepunkt dieser Reise stattfinden! Es geht mit einer Tour vom Backpacker aus zum Kap der guten Hoffnung! Nach kurzer Fahrt aus Kap Stadt hinaus machten wir unseren ersten Stop an der Hout Bay, welche für die dort lebenden Robben und ihre außergewöhnliche Schönheit bekannt ist. Wir genossen einen tollen Blick und unternahmen nun eine Bootstour zur Robben- und Seehund Insel.

Auf der Fahrt zu dieser Insel haben, zu meiner Überraschung, auch noch 2 Delphine das Boot begleitet. Als sich die Delphine verabschiedet hatten waren wir auch schon dort. Diese Tiere sind schon wahnsinnig süß. Die total verspielten Seehunde und die unwahrscheinlich faulen Robben, die nur auf den Felsen lagen und einfach nichts gemacht haben.

Danach fuhren wir über eine wunderschöne Küstenstraße hinaus zum Kap. Der Ausblick dort, der Eindruck und der Wind waren unbeschreiblich. Der Wind hätte einen am Kap fast weggeblasen. Locker Sturmstärke! Und dann das Wissen das sich der Atlantik zur rechten und der Indische Ozean zur linken Seite sich erstreckt. Ein unglaubliches tolles Gefühl! Es war ungewöhnlich diesig dort. Der Wind hat die Gischt und das Salz nur so vor sich her getrieben. Aber trotzdem war ein Blick einer schöner als der Andere. Ich wollte gar nicht mehr weg und hätte am liebsten noch eine ganze Weile mit dem Wind gespielt und den Brechern zugeschaut, die unter uns an die Felsen krachten. Aber wir sind dann doch irgendwann weitergefahren und haben danach ein totales Phänomen besucht. Wir haben nämlich Pinguine in Simon´ s Town am Strand gesehen.

So viel ich weiß sind dies eine der wenigen Stelle außerhalb der Antarktis an den man diese Tiere sehen kann. Sie waren so zutraulich, daß man ihnen bis auf fast einen halben Meter nahe kommen konnte. Absolut erstaunlich! Eine Weinprobe am Rande der Winelands beendete dann die Tour und ich war ganz schön erledigt.

Das ist auch der Grund warum ich mich auch wieder von der Liste für die Winelandtour gestrichen habe und erst einmal morgen relaxen muß. Zudem war gerade ein Typ im Backpacker der eine Kloofing Tour (im englischen sagt man Canyoning dazu) angeboten hat. Das interessiert mich natürlich mehr, und somit werde ich übermorgen bei dieser Tour mitgehen. Es verspricht eine außergewöhnliche Tour zu werden. Der Höhepunkt bei dieser Sache ist das Cliff-jumping in verschiedene natürliche Pools. Ich freue mich schon darauf!

20. Tag

Es ist schon unglaublich. Wir liegen hier am Clifton Beach am Atlantik, es herrscht heute eine Hitze von 37° C und keine Mensch wagt sich ins Wasser. Denn die Wassertemperatur liegt auf Grund eines antarktischen Kaltwassserstrom bei nur 15° C. Es lädt einen ein so einfach ins Wasser zu springen, aber es geht einfach nicht, man friert sich alles ab. Die ganzen Leute hier auf der Beach sitzen schwitzend und triefend in der Sonne oder unter einem Sonnenschirm und absolut niemand ist im Wasser. Es ist einfach verrückt!

Danach sind wir dann noch an die Waterfront um uns wenigstens von innen abzukühlen. Die Waterfront ist die berühmte Pier hier in Kap Stadt. Es ist zwar touristisch aufgemacht, aber es ist jede Menge los und es ist nicht so kitschig sondern hat richtig Stil. Dort haben wir dann, nachdem wir es nach einer Stunde am Strand nicht mehr ausgehalten haben in der Nachmittagshitze uns einige Bier gegönnt. Mit der entsprechenden Wirkung natürlich. Nach dem Essen im Bertie´s Landing ging es dann aber wieder.

Bertie´s Landing heißt nämlich deshalb so, weil Bertie, eine Robbe und seine Familie dort lebt. Ja, wirklich, es sind so ungefähr 20 Robben die dort mitten in Hafen ihr Zuhause haben. Es sind wilde Robben, die nicht gefüttert werden und jederzeit gehen können. Es ist wirklich schon ein ungewohntes Schauspiel diese Tiere an vielen Stellen in Hafen schwimmen zu sehen. Aber meistens liegen sie nur faul auf Gummireifen, welche an der Kaimauer hängen um Schiffe vor Beschädigungen zu schützen. Es gibt hier in Kap Stadt schon wirklich einige verblüffende Dinge zu sehen und zu erleben.

21. Tag

Es war heute wahnsinnig toll! Das Canyoning war das Beste was ich heute bei der Hitze machen konnte. Ziemlich früh am Morgen hat uns Robert, ein Typ aus Rostock, wie sich später herausstellte, mit einem Van abgeholt und wir sind, nachdem wir unsere Erlaubnis vom der Rathausverwaltung hatten, in der Nähe von Gordons Bay gefahren. Dort angekommen mußten wir noch einen kurzen Pfad an einem Bach entlang in die Berge wandern. Dort haben wir dann die ersten Pools erreicht. Es war natürlich gleich der erste Probesprung von einem Felsvorsprung fällig.

Der Pfad dem wir folgten schlängelte sich dann von Pool zu Pool nach oben, bis wir die einzelnen Pools nicht mehr umlaufen konnten sondern sie jedesmal durchschwimmen mußten. Nach einem Vesper zur Mittagszeit haben wir den letzten Teil in Angriff genommen und natürlich keinen Jump ausgelassen, der möglich war. Je höher desto besser! Es waren schon einige spektakuläre Sprünge dabei. Von 2 bis zu 22 Meter Höhe. Den höchsten Jump den ich gewagt habe war 15 Meter. Es war der Adrenalienschub schlecht hin. Bei solch einer Höhe wird einem in den 2 bis 3 Sekunden Fallzeit richtig bewußt das man fällt. Man rudert noch heftig mit den Armen um in die richtige Position zum Eintauchen zu kommen und erlebt dann einen ziemlich heftigen Crash beim Aufschlag auf die Wasseroberfläche. Ein furchtbar geiles Gefühl!

Es ist halt nicht nur ein Sprungturm sondern die wirkliche Natur. Teilweise mußte man noch ca. einem Meter hinausspringen um über Zweige oder Felsvorsprünge hinwegzukommen. Ein Vorteil war aber, daß das Wasser zwar klar aber durch die Wurzeln der Bäume bräunlich war. Deshalb konnte man einfach die Wasseroberfläche definieren und sah nicht in einen noch tieferen Abgrund. Auf der anderen Seite konnte man aber auch das Gefühl bekommen das man in einen unendlich tiefen Pool springt. Denn wenn Robert uns nicht gesagt hätte wo das Wasser tief genug ist dann wäre es ein "Russisch Roulette" gewesen. Nach einem Meter Wassertiefe war die Sicht gleich Null.

22. Tag

Heute war wieder ein ereignisreicher Tag. Nachdem ich also meinem Mittagsschlaf um 2.00 Uhr beendet hatte, (man muß auch mal relaxen!) wollte ich zum Table View fahren. Nach kurzen Nachfragen habe ich auch den Bus gefunden und bin hin gefahren, aber es war derartig diesig, daß ich überhaupt nichts gesehen habe von diesem berühmten Blick über die Bay auf die Stadt und den Tafelberg. So werde ich es wohl in den nächsten Tagen nochmals probieren.

Deshalb bin ich danach wieder zurück in die City und weiter zur Waterfront. Dorf habe ich noch ein paar Bilder geschossen und bin dann, als es Abend wurde zum Signal Hill hinaufgewandert um ein paar Sunset- und Nachtaufnahmen von der Stadt zu machen. Dort oben traf ich überraschenderweise noch ein Päarchen. Sie war aus Süd Afrika und er aus Freiburg. Es ist schon immer wieder erstaunlich wie sich manchmal zwei finden. Als das Päarchen auf Deutschland zu sprechen kam, da hat es mich wie ein Blitz getroffen. Ich fliege in 4 Tagen schon wieder zurück und werde somit wieder im eiskalten Deutschland sitzen. Was man von dort so hört laßt einem einen kalten Schauer über den Rücken laufen. Frost, Schnee, die ganze Pallette des Winters und dazu dann noch den Gedanken an den Semesterbeginn. Ich kann es mir beim besten Willen gerade überhaupt nicht vorstellen. Aber in 4 Tagen ist es soweit. Leider!!

Nachdem ich noch ein paar gute Bilder bei Nacht gemacht habe und es schon stockdunkel war hatte ich auch noch Glück. Ich bekam einen Lift in die Stadt zurück. So daß ich nicht mehr in der Dunkelheit ohne Taschenlampe vom Signal Hill herunterwandern mußte. Darüber war ich richtig froh, weil keinen große Lust mehr darauf hatte. Heute abend steigt wohl noch eine Party im Pink Packpacker gleich hier um die Ecke. Damit ist dann dieser Abend wohl auch gerettet und wenn morgen früh der Dunst wieder so stark sein sollte dann werde ich wie heute auch erst mal wieder länger schlafen und vielleicht auch einen Mittagsschlaf einschieben.

23. Tag

Habe ich das wirklich verdient? Bewölkter Himmel und keine Aussicht auf den Tafelberg. Ich bin noch mal gespannt, ob das mit meinen Bildern vom Blouberg Beach noch etwas wird. Jetzt habe ich noch 2 Tage und ich sitze in den Startlöchern um eine Gelegenheit, sprich gutes Wetter und klare Sicht zu nutzen. Es wäre schon genial diesen Blick über die Bay zu genießen.

Sonst habe ich gerade meinen Flug bestätigt bekommen und darf oder muß nun am Montag wieder zurückfliegen. Heute abend, nachdem wir Pizza essen waren, haben wir, das deutsche Team, die Engländer im Dart geschlagen. Sie waren sichtlich geknickt, schließlich ist Dart ja so was wie ihr Nationalsport. Aber so wichtig war es nun auch wieder nicht, denn die Hauptsache war das wir alle viel Spaß hatte.

24. Tag

Jawohl! Ich habe es geschafft. Ich habe ein paar Bilder vom Table View am Blouberg Beach bekommen, nachdem es heute morgen überhaupt nicht danach ausgesehen hat. Es war wieder total diesig und ich konnte kaum glauben, daß es doch noch klare Sicht gibt. Nun hat es heute nachmittag doch noch geklappt. Als ich heute morgen zur Bushaltestelle aufgebrochen bin war es noch total bedeckt und irgendwie stand ich auch an der falschen Bushaltestelle. Es fuhr nämlich kein Bus.

Kurz und gut, daraufhin bin ich also wieder ins Hostel zurück. Dort erfuhr ich dann das heute abend eine Grillparty geplant ist. Als ich deshalb wenig später auf dem Weg zum Supermarkt war um etwas zum Grillen einzukaufen hat es plötzlich aufgerissen und als ich wieder im Backpacker zurück war habe ich nur noch die Kamera geschnappt und bin zur Bushaltestelle gesprintet. Welch ein Wunder, da stand ein Bus, der auch keine 2 Minuten später losfuhr zum Blouberg Beach. Tja nun sitze ich hier am Strand und genieße den herrlichen Ausblick auf den Tafelberg vor mir. Super das es geklappt hat! Man kann fast sagen, daß sich dieser Urlaub alleine schon für diesen Anblick gelohnt hat.

Das war schon einer der Höhepunkte dieser Reise und jetzt muß ich feststellen, daß es mir auch nicht mehr ganz so viel ausmacht, daß ich übermorgen wieder heim muß. Das war das letzte große Ereignis welches ich hier erleben wollte und somit bin ich zufrieden und kann ganz klar sagen das es ein toller Urlaub war.

So ist das wohl wenn man statt einer halben Stunde, wie gedacht, fast 5 Stunden hier am Table View verbringt. Ich habe den letzten Bus, nach Kap Stadt zurück, verpaßt! Nach einer kurzen, erfolglosen Suche nach einem anderen Transportmittel stand ich also mit den Daumen im Wind da. Und mit meiner Anhaltererfahrung konnte es ja nichts werden. Die Dunkelheit zog nun schon langsam herauf und ich bekam ein komisches Gefühl in der Magengegend. Als dann nach gut einer halben Stunde immer noch Niemand angehalten hatte wurde ich so langsam nervös, aber ich hatte doch noch Glück und konnte in einem Black Taxi im Mittelgang auf dem Boden kniend mitfahren. Na ja, jetzt bin ich wieder im Backpacker und freue mich schon aufs BBQ.

So eine Scheiße! Gerade ist mir ein halber Backenzahn heraus gebrochen. Jetzt freue ich mich schon nicht mehr so aufs BBQ heute abend. Irgendwie hatte ich schon eine dumme Ahnung. Unter diesen Umständen kann ich jetzt nur froh sein, daß ich übermorgen fliege und somit am Tag darauf zum Zahnklempner komme. Echt bescheuert, wie es manchmal läuft. So muß ich also wohl morgen als erstes zum Zahnarzt. Ich kann nur hoffen das der Zahn nicht ganz auseinander bricht.

25. Tag

Gerade macht sich solch eine innere Nervosität breit. Jochen, der Manager hier sagte mir das es am Sonntag keinen zahnärztlichen Notdienst gibt. Und im Krankenhaus würde man nur den Zahn ziehen. Das will ich aber auf gar keinen Fall. Also sollte ich mich entspannen und warten.

Ich habe mich entspannt und bin noch mal zu meiner letzten Wanderung aufgebrochen. Kap Stadt trägt schon zu recht seinen Titel als Windy City. Heute hatte ich hier mal wieder so einen starken Wind, daß der "böse" Wind meine Sonnenbrille, die ich in den Kragen meines T-Shirts gesteckt hatte, einfach weggeweht ohne das ich es überhaupt bemerkt habe. Die anschließende 10 minütige Suche war natürlich ziemlich zwecklos. Jedenfalls kann ich mir jetzt eine Neue kaufen. Aber sonst war meine Wanderung über den Signal Hill und um den Lions Head herum zum Clifton Beach toll. Ich habe noch einmal den Sommer, den Sturm und die phantastische Aussicht genossen.
Ja, leider war das nun auch schon mein letzter Tag und so im Rückblick war dieser Süd Afrika Trip trotz aller Widrigkeiten am Anfang ein toller Urlaub, den ich so schnell auch nicht vergessen werde. Ich habe schon tolle Erlebnisse und Aussichten genossen, speziell hier in Kap Stadt. Für die Fahrt von Jo´Burg über Durban und die Garden Route hier her hatte ich einfach zu wenig Zeit und sicherlich auch viel zu wenig Kenntnis über sehenswerte Gegenden hier an der Küste. Jedenfalls weiß ich jetzt was ich mir beim nächsten Mal anschauen kann und wo ich bleiben würde.

South Africa J love you!

26. Tag

Nun ist es wieder so weit. Ich bin eingecheckt und es geht wieder zurück nach Germany. Heute morgen als ich dann den Backpacker verlassen habe machten die großen Drei ( Devi´s Peak, Table Mountain, Lion´s Head ) es mir besonders schwer. Sie zeigten sich in ihrer vollen Pracht ohne eine einzige Wolke bei astral blauem Himmel. Die Bay funkelte im morgendlichen Sonnenschein und alles schien sich zu bemühen mich zum Bleiben zu bewegen. Die Zeit ging viel zu schnell vorbei und man fühlt sich so ohnmächtig dem gegenüber. Vielleicht fällt es einem auch deshalb so schwer, weil die Aussichten so trübe sind. Winter, Kälte, Semesteranfang und als Höhepunkt ein Zahnarztbesuch. Ich möchte gar nicht daran denken.

So wie ich das hier so sehe ist der Airport von Kap Stadt nicht größer als der Stuttgarter Airport. Hier wird man auch noch mit Bussen zu den Flugzeugen gebracht. Echt süß!

Von wegen Busse! Das war gerade eine coole Aktion. Hier auf dem Flughafen sind die ganzen Passagiere des Flugs SA 316 nach Jo'burg über das Vorfeld zur Maschine gelaufen. Aber das scheint hier üblich zu sein, weil andere Leute von anderen Maschinen uns entgegen gekommen, und zum Terminal gelaufen sind. Echt süß!

Also ich habe nun meinen ersten kurzen Hopser hinter mir. Das Wetter hier in Jo´Burg ist nicht toll. Bewölkt und nur 16° C, da war es in Kap Stadt wesentlich besser. So im Rückblick gesehen war es die absolut richtige Entscheidung in Knysna gleich nach Kap Stadt weiterzufahren.

Jetzt habe ich gerade noch einen Typ aus dem Albergo getroffen der auch hier in Jo'burg auf seinen Flug heute nach Germany zurück wartet, so daß meine Wartezeit in der letzten Stunde doch einigermaßen schnell vorüber ging. Jetzt ist es nun noch eine Stunde und dann hebe ich Richtung Heimat ab. Na ja jetzt freue mich auch wieder auf zu Hause.

27. Tag

Good morning! It is 6 a.m. and J´m back in the cold german country!!

     
  Kapstadt  
 
Das Kap der Guten Hoffnung
 
     
     
  Kapstadt  
 
Links der atlantische und rechts der Indische Ocean
 
     
     
  Kapstadt  
 
Cape Point
 
     
     
  Kapstadt  
 
Die Waterfrond von Kapstadt
 
     
     
  Kapstadt  
 
Nächtlicher Blick vom Signal Hill
 
     
     
  Kapstadt  
 
Kapstadt bei Nacht
 
     
     
  Kapstadt  
 
Am Blowberg Beach
 
     
     
  Kapstadt  
 
Der berühmte Blick über die Tabel Bay auf die Stadt und den Tafelberg
 
     

  
 

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