10. Tag (3. September)
Nach dem Aufstehen und einen gemütlichen Morgen sind wir heute
gegen Mittag zum "Garten der Politik des einfachen Mannes", einem
der vier berühmtesten Gärten Chinas hier in Suzhou gefahren. Der
Verkehr ist wieder einmal heftig und ebenso heftig ist es eine
chinesische Straßenkarte richtig zu deuten. Mit einem bisschen
Umweg und zweimal wenden sind wir jedenfalls dort angekommen wo
wir hin wollten. Überraschenderweise haben wir sogar am Straßenrand
noch einen Parkplatz gefunden. Der Garten ist der Größte der Stadt,
sehr schön angelegt mit vielen Wasserfällen und Pavillons. Nach
dem Betreten des Gartens ist es kaum zu glauben dass dieser bereits
seit ungefähr 500 Jahren existiert. Es beginnt leicht zu regnen
und wir versuchen uns unter den Dächern der Pavillons und Gängen
vor dem Regen zu schützen. Wir besuchen trotzdem den gesamten
Garten und bewundern noch eine große Sammlung von Bonsai Bäumen.
Dabei wundern wir uns auch nicht mehr darüber das es von Menschen
nur so wimmelt. Als der Regen stärker wird entschließen wir uns
nach einer Weile wieder zurück zum Auto zu gehen und nach Hause
zu fahren und Kaffee zu trinken.
Vor dem Eingang des Gartens trafen wir noch auf zwei Chinesen
die sich wild gestikulierend anschrieen und heftigst stritten.
Besonders auffällig in war dabei, dass viele Leute darum herumstanden
und das Schauspiel ausführlichst beobachteten. Wie ich später
erfuhr ist es das ein Ausdruck der ausgeprägten Neugierde das
Chinesen überall zu zuschauen wo etwas aufregendes passieren kann.
Nun ja wir sind nicht bei den blutenden, sich anschreienden Leuten
stehen geblieben sondern zum Auto zurückgekehrt und waren froh
wieder ein Dach über dem Kopf zu haben.
11. Tag (4. Oktober)
Auch heute sieht es nicht besser aus. Es ist zwar trocken, jedoch
stark bewölkt. Trotzdem gehe ich nach Suzhou rein um mir die Stadt
weiter anzuschauen. Zuerst einmal hole ich Geld um wieder flüssig
zu sein, anschließend kaufte ich mir noch schnell eine Jacke,
da es doch recht frisch ist und gehe etwas essen. Als ich damit
fertig bin regnet es wieder. Ich schlendere trotzdem durch die
Straßen und schaue mir noch die Schaufenster an. Die Leute sind
am Einkaufen und schleppten Tüten, so dass man sich fragen muss
vorher haben die alle das Geld dazu. Es ist auffällig hier wie
viele Leute es gibt denen es nichts auszumachen scheint europäische
Preise für Markenartikel zu bezahlen. Man hat sowieso den Eindruck
als ob überall ein riesiger Boom ausgebrochen ist. Alle Menschen
wirken total beschäftigt, sind ständig am arbeiten und ehrgeizig
etwas aufzubauen.
Ich lasse die Leute tun was sie wollen und verziehe mich in
einen kleinen Garten mit einer Doppel-Pagode. Dieser Garten ist
recht klein, besitzt jedoch einen umlaufenden Bogengang in dem
ich eine Gelegenheit finde mich zu setzen. Dort verbringe ich
über eine Stunde bevor ich mich wieder auf den Weg mache, mir
ein Taxi schnappte und aus dem Zentrum verschwinden will.
Als ich noch so durch die Gassen an den Kanälen entlanggelaufen
drin komm ich an einem wunderschön restaurierten Eingang vorbei.
Ich denke es ist ein Restaurant oder ein Kultur Club, jedenfalls
führt mich einer der Angestellten durch die Gebäude und Innenhöfe.
Durch den Regen draußen ergibt sich eine wunderbar ruhige Atmosphäre.
Ich nehme eine Tasse Kaffee in der Lobby. Die sich dort befindende
Möbel sind aus schwarzem Holz, als Kontrast sind die Vorhänge
und Teile der Wände aus roten seidenen Stoff eingerichtet. Es
wird leise Instrumentalmusik gespielt und draußen tropft das Wasser
vom Dach. Eine herrliche Oase der Ruhe in einer recht hektischen
Stadt!
Nach einer Weile breche ich wieder auf. Stolpere mehr als das
ich dorthin wollte, in einem weiteren Garten. Ich gehe dort durch,
schaue mich noch ein wenig um und nehme hinterher ein kleines
Boot über den Kanal auf die andere Seite, wo ich eigentlich in
will. Den Park um die alte Befestigungsmauer der Stadt habe ich
heute fast für mich alleine denn es regnet immer noch. Für die
Schönheit dieses Park habe ich jedoch mittlerweile kaum Interesse
da ich doch ziemlich aufgeweicht und durchnässt bin. Deshalb gehe
ich zur Hauptstraße schnappte mir nun endgültig ein Taxi und fahren
wieder zurück.
Heute Abend entschließen wir uns noch europäische Essen zu gehen,
wobei die Überraschung über ein Erdinger Weißbier bei mir groß
ist. Das Weißbier zischt richtig, obwohl das chinesische Bier
welches sich in den letzten Tagen probiert habe auch nicht schlecht
ist. So verbringen wir noch einen netten Abend.
12. Tag (5. Oktober)
Heute regnet es immer noch, deshalb verbringen ich einen faulen
Tag mit Videos gucken und auf dem Sofa sitzen. Am Nachmittag gehen
wir noch zusammen ins Sportcenter. Wir spielen ein bisschen Tischtennis
und kommen dabei recht starkem schwitzen, denn die Luftfeuchtigkeit
ist ziemlich hoch.
13. Tag (6. Oktober)
Heute Morgen stelle ich erschreckt fest das mein Flug nach Dubai
nicht übermorgen sondern bereits morgen Shanghai verlässt. Ich
bin sehr früh aufgestanden, weil ich mich gleich heute auf den
Weg nach Shanghai machen will. Früh am Morgen fuhr ich mit dem
Taxi zum Bahnhof, kaufte mir ein Zug Ticket und musste anschließend
auf den Zug warten. Fahrpläne kann man nicht lesen, ich weiß auch
nicht wann Züge zurückfahren und ob es besser ist morgen früh
früher hier am Bahnhof zu sein. Nun ja, ich bin froh ein Ticket
zu haben und setzte mich noch in die Wartehalle, nachdem ich die
richtige der vier Wartehallen gefunden habe. Der Bahnhof ist nur
mit einem gültigen Ticket zu betreten und innerhalb des Gebäudes
ist alles kanalisiert und gesteuert wie auf einem Flughafen.
Ich habe wohl irgendwie ein billig Ticket erwischt. Ich muss
stehen, es ist brutal voll und es riecht nach Toilette, zudem
kommt recht häufig jemand vorbei der etwas verkaufen will. Zum
Glück fährt der Zug nonstop nach Shanghai durch und ich kann nach
einer Stunde wieder aussteigen. Am Bahnhof dort finde ich mich
leicht zurecht und nehme die Metro zum Platz des Volkes, dem Zentrum
Shanghai. Ich bin nun mittendrin. Die Stadt scheint aus allen
Nähten zu platzen während der Ferienzeit. Nachdem ich mich auch
ein wenig umgeschaut habe gehe ich in die Ausstellung für Stadtentwicklung
und bin sehr beeindruckt was alles bereits in Shanghai passiert
ist und noch in Planung ist. Die Stadt wird ihr Gesicht innerhalb
von 30 Jahren komplett ändern. Überall wird es nur noch Hochhäuser
und neue Wohnsiedlungen geben und alles Bestehende wird abgerissen.
Die Steigerungszahlen sind enorm, so zum Beispiel der Flughafen
dessen Passagierzahl von 1982 bis 2004 von einer Millionen auf
20 Millionen Passagiere explodiert ist. Aufgrund dessen wird der
Flughafen auch bis 2015 auf 100 Millionen Passagiere ausgelegt
und ausgebaut. So ist es mit allem hier. Es sind gewaltige Metrolinien
gebaut worden und ebenfalls noch in Planung, genauso die Autobahnen.
Alles wird gleich riesig dimensioniert. Manchmal frage ich mich
wie die Menschen, die hier leben diesen schnellen Wandel nachvollziehen
können.
Nachdem ich dies nun gesehen habe wollte ich es mir natürlich
selbst anschauen. Ich bin wieder auf dem Platz des Volkes und
sehe um mich herum eigentlich nur neue Wolkenkratzer. Auf dem
Weg zum Bund, der Promenade am Fluss das gleiche Bild. Ich komme
recht schnell dort an, obwohl ich inzwischen noch etwas gegessen
haben. Am Bund hat man einen herrlichen Blick nach Pudong, dem
neuen Stadtviertel auf der anderen Seite des Flusses. Das neue
Symbol Shanghai, der Pearl Tower steht in seiner ganzen Pracht
da und prägt ein imposantes neues Stadtviertel. Ich entschließe
mich jedoch zuerst für eine River Cruise auf dem Fluss. Vom Fluss
aus hat man einen wunderbaren Blick auf die alte Silhouette der
Stadt am Bund und die Neue von Pudong. Ebenfalls sind überall
Kräne zu sehen da überall in der Stadt gebaut wird, selbst neben
den Jim Mao Tower den heute fünfthöchsten Gebäude der Welt entsteht
ein noch höheres Hochaus, welches sich gerade im Bau befindet.
Nachdem ich das Boot wieder verlassen haben wandere ich den Bund
noch einmal auf und ab. Besser, ich schlängle mich durch die Menschenmassen.
Auf der Suche nach einem geschickten Weg auf die andere Seite
des Flusses stoße ich auf den Sightseeing Tunnel, welches der
älteste Tunnel Shanghai ist und zu einer Touristenattraktion mit
Lichteffekten und fahrerlosen Kabinenwagen umgebaut wurde. Jedenfalls
komme ich so schnell und bequem nach Pudong. Auf dieser Seite
geh ich noch mal am Pearl Tower vorbei und mache mich auf dem
Weg zum Jim Mao Tower auf dessen Observation Deck ich hoch fahren
möchte um mir einen supertollen Blick auf die Stadt zu können.
Der Aufzug bringt uns in weniger als einer Minute auf 380 m Höhe.
Der Blick ist grandios. Bis zum Horizont, der im Dunst versinkt
sind nur Häuser zu erkennen. Nachdem ich ein paar Bilder gemacht
habe musste ich leider feststellen das meine neue Speicherkarten
beschädigt ist und sich keine weiteren Bilder darauf speichern
kann obwohl die Karte erst halb voll ist. Somit ist nun Schluss
mit Fotografieren, und ich genieße den Ausblick für mich ganz
alleine, ohne ständig nach einem tollen Motiv zu suchen. Als ich
den Blick in alle Himmelsrichtungen ausführlich genossen habe
und die Zeit doch leider bereits vorangeschritten ist fahre ich
wieder mit dem Aufzug zur Straße hinunter und mache mich mit der
Metro auf den Rückweg. Mit der Metro klappt es sehr gut, ich komme
am Bahnhof an und bekomme sogar ein Ticket für einen Sitzplatz,
denn es gibt hier sogar einen englischsprachigen Schalter. Somit
kann ich entspannt nach Suzhou zurückfahren. Als ich dort ankomme
ist es natürlich bereits dunkeln, ich nehme mir noch schnell ein
Taxi vom Bahnhof und fahre wieder nach Hause.
Am Abend sind wir noch gemeinsam essen gewesen zum Abschluss
meines Besuches. Wir waren in einer italienischen Pizzeria die
recht gut war. Was es nicht alles in China gibt.
14. Tag (7. Oktober)
Ich habe früh am Morgen meine Sachen zusammen gepackt und mich
nach dem Frühstück auf dem Weg zum Flughafen nach Shanghai gemacht.
Gestern habe ich mich dazu entschieden zuerst zum Flughafen zu
fahren, und dort mein Gepäck einzulagern, da mein Flug ja erst
heute gegen Mitternacht Shanghai verlässt. So komme ich nach einer
etwa zweistündigen Fahrt am Flughafen an und gebe mein Gepäck
in die Aufbewahrung. Es ist noch nicht sehr viel los und ich mache
mich auf dem Weg zur Maglev. Die Magnetschwebebahn verbindet den
Flughafen mit der Stadt. Ich bin schon begeistert als ich nur
am Bahnsteig stehe und der Zug einfährt. Nachdem der Zug die Schiene
gewechselt hat kann man einsteigen. Es ist nicht sehr viel los,
so habe ich sehr viel Platz im Zug. Es geht los! Der Zug beschleunigt
recht flott, nur an der Anzeige im Wagen ist die Geschwindigkeit
zu erkennen. Innerhalb weniger Sekunden haben wir 180km/h erreicht,
überholen bereits recht flott die ersten Autos auf der daneben
liegenden Autobahn und erreichen nach 2 Minuten Tempo 430km/h.
Nach weiteren 2 Minuten Vollgas wird bereits schon wieder gebremst
und wir erreichen den Bahnhof am Rande der Stadt. Dort mache einige
Bilder und bin so begeistert das ich sofort wieder zum Flughafen
hinaus und wieder zurück in die Stadt fahre. Heute Abend werde
ich leider nicht das Vergnügen haben mit 430 km/h über die Schiene
zu flitzen da bereits gegen 17.30Uhr Betriebsschluss der Maglev
ist.
Nach dem zweiten Trip vom Flughafen und in die Stadt mache ich
mich auf dem Weg ins Zentrum und nehme die Metro. In der Einkaufsstraße
von Shanghai komme ich mir vor als gäbe es heute zum letzten Mal
etwas einzukaufen. Es ist die Hölle los. Ich lasse mich jedoch
nicht von der Hektik anstecken und schlendere gemütlich durch
die Strassen. Ich finde es sogar noch eine Badehose, und welch
Weltwunder, ich kann mir sogar meine Bilder von der beschädigten
Speicherkarte auf eine CD brennen lassen, so dass ich die Karte
formatieren konnte. Nun funktioniert sie wieder, jedoch nur mit
der Hälfte der Speicherkapazität, aber egal, Hauptsache ich kann
wieder fotografieren. So bin ich gerüstet und mache mich auf den
Weg ins alte Shanghai um dort einen Garten zu besichtigen. Als
ich dort ankomme ist die Hölle los, überall sind Touri-Führer
mit Fahnen zu sehen und natürlich noch mehr Leute. Es ist irgendwie
komisch in China. Ihre Gärten werden immer hinter hohen Mauern
und jeder Menge Shops versteckt. So ist es auch hier, nur dass
der Garten hier auch noch geschlossen ist und die Besuchermassen
nur wegen der Shops da sind, unglaublich!
Ich gehe weiter in Richtung Bund und verbringen die Zeit dort
bis es dunkel ist um die ganzen Lichter auf der anderen Seite
in Putong anzusehen. Das Lichtermeer ist leider weniger spektakulär
als ich erwartet hatte. Als es ganz dunkel ist wird die Fassade
eines Hochhauses zum riesigen Bildschirmen, auf dem Werbefilme
gezeigt werden. So was habe ich bisher jedoch noch nirgends gesehen.
Ein echt netter Gag.
Anschließend bin ich durch die hell erleuchtete Einkaufsstraße,
die immer noch voller Menschen ist und zu platzen scheint. Am
Ende der Straße erreicht ich den Platz des Volkes, von wo aus
ich die Metro nehme und Richtung Airport fahre. An der Haltestelle
von der aus die Malev eigentlich zum Airport fährt brauche ich
leider doch noch ein Taxi. Ich gebe dem Taxifahrer mein letztes
chinesisches Geld und verbringen die letzten Stunden am Airport.
Es ist absolut ruhig da kaum Leute im unterwegs sind und so verlasse
ich China problemlos.
15. Tag (8. Oktober)
Nach einem ruhigen Flug, währenddessen ich auch wieder recht
wenig geschlafen habe komme ich sehr früh morgens in Dubai an.
Im Hotel kann ich nach einigem Hin und Her gleich einchecken,
nachdem mich der Taxifahrer auf dem Weg dorthin abgezockt hat.
Nun ja. Ich schlafe erst einmal drei Stunden und gehe nun zum
Frühstücks Büffet. Anschließend mache ich mich auf dem Weg in
die Stadt, stelle dabei sehr schnell fest das ich in einem anderen
Stadtteil gelandet bin als ich angenommen hatte, so dass ich habe
zuerst überhaupt keine Orientierung habe und mir vorkomme wie
in China. Aber dann geht's, es ist brüllend heiß und man darf
wegen des Ramadan nicht in der Öffentlichkeit trinken oder Essen.
Sämtliche Restaurants und Imbissbuden sind geschlossen und öffnen
erst um 18.00Uhr. Ich schaue mir zuerst den Goldmarkt, den Gewürzmarkt
und sämtliche Läden dazwischen an. Schließlich erreiche ich den
Dubai Creek. Hier versuche ich mit einem Boot auf die andere Seite
überzusetzen. Diese Abras hier am Ufer sind jedoch keine Boote
für den Personenverkehr auf die andere Seite. Nach einer kurzen
Preisverhandlungen nehme ich ein Boot und nehme an das eine kleine
River Cruise auch nicht schlecht sein dürfte. So fahre ich für
eine halbe Stunde mit dem Abra um her, bevor ich dann auf der
anderen Seite abgesetzt werde.
Es ist bereits früher Nachmittag und alle Geschäftegeschäfte
die noch offen hatten schließen nun auch, es ist ja schließlich
Ramadan! Nach einem kurzen Gang durch die Gassen habe ich einen
Carre Four Supermarkt gefunden in den ich mich für etwa eine halbe
Stunde auf den Stühlen einer geschlossenen Cafeteria niederlassen
habe und die Kühle der klimatisierten Umgebung genieße. Hier warte
ich nun darauf das die Sonne endlich untergeht.
Punkt 18.00Uhr hatten die Moslems den ersten Bissen im Mund als
es vom Turm der Moschee dazu ertönte. Der Busterminal war die
Location für die öffentliche Speisung. Für Nichtmoslems ist der
Ramadan kaum zu begreifen. Wie kann man den ganzen Tag fassten,
nichts essen, nichts trinken um hinterher nach Sonnenuntergang
um so mehr in sich hineinzustopfen. Nun ja ich glaube auch nicht
das ich es verstehen muss.
Ich mache mich nun auf den Weg etwas essbares zu finden. Nach
dem Essen bin ich noch etwas durch die Gassen, an den hell erleuchteten
Läden vorbei zu den Abras gegangen. Auf dieser Seite des Ufers
habe ich nun gleich den Anleger gefunden von dem aus die Boote
im öffentlichen Verkehr auf die andere Seite übersetzen. Wir fuhren
vollbesetzt los, als plötzlich auf halber Strecke sich etwas um
die Schraube wickelte und unsere Fahrt jäh unterbrach. Unser Bootsführer
versuchte verzweifelt mit einem Haken die Schraube wieder frei
zu bekommen, jedoch ohne Erfolg. Währenddessen wurden wir von
der Strömung recht schnell abgetrieben und legten uns quer zur
Fahrrinne, so dass die anderen Boote wild gestikulierend an uns
vorbeifuhren, da sie ausweichen mussten. Unser Bootsführer bekam
die Schraube auch nach dem fast 10. Versuch nicht frei, so dass
wir fast wieder auf Höhe der Anlegestelle zurück getrieben waren.
Nun kam ein zweites Boot herangefahren auf welches wir Passagiere
umsteigen konnten, während der Bootsführer weiter um seinen Antrieb
kämpfen musste. So gab es am heutigen Tag doch noch ein kleines
Abenteuer. Schließlich in Deira angekommen habe ich mich noch
ein wenig durch die Gassen treiben lassen und bin anschließend
ins Hotel zurück.
16. Tag (9. Oktober)
Ich will zum Burj Al Arab, dem berühmten Hotel Dubais und nehme
deshalb den Stadtbus, steige im Al Ghubaiba Busterminal um und
komme nach quälend langen 1½ Stunden dort an. Ich gehe kurz an
den Strand neben an, habe noch einen schnellen Blick ins Jumeirah
Beach Hotel, welches wie eine Welle gebaut ist und stehe schließlich
vor dem Burj Al Arab Hotel. Architektonisch wunderschön gebaut
wird mir jedoch am Tor bestimmt gesagt das ich nicht wirklich
erwünscht bin. Die einzige Möglichkeit ins Hotel zu kommen ist
einen Tisch im Restaurant zu reservieren. Ich habe jedoch keine
Lust horrende Preise für ein Getränke oder Essen zu bezahlen nur
um dort gewesen zu sein. Kurz überlege ich mir noch ob ich in
das danebengelegene Wild‚n Wet Freibad gehen soll. Es wäre sicherlich
ein toller Spaß die vielen Rutschen hinunter zu stürzen, aber
der Eintrittspreis ist mir viel zu hoch, da ich bestenfalls nur
zwei Stunden bleiben würde. So setze ich mich in den nächsten
Bussen und fahre wieder in die Stadt zurück. Im Hotel angekommen
verbringen nicht noch ein bisschen meiner Zeit am Pool auf dem
Dach und genieße von dort die Aussicht über die Stadt. Anschließend
mache ich es mir vor der Glotze gemütlich. Jedenfalls ist Fernsehen
gucken hier besser als in China, da man das Programm wenigstens
verstehen kann.
17. Tag (10. Oktober)
Gleich nach meiner Ankunft vor zwei Tagen habe ich den Shuttlebus
am heutigen Tag zum Strand gebucht und werde dort nach einer Stunde
fort abgeladen. Ich bekomme ein bisschen einen Schock. Es werden
direkt hinter dem Strandhotel 36 neue Hochhäuser aus dem Boden
gestampft. Ein Blick aufs Meer zeigt die Großbaustelle der Palmeninsel
und zur linken Hand steht ein Kraftwerk. Das Meerwasser ist richtig
heiß, über 30° und bietet deshalb keine Abkühlung. Echt scheußlich!
Ich verbringen den Tag im Schatten einer Palme, döse vor mich
hin und gehe regelmäßig in die gekühlten Pool zum Auffrischen.
Ich bin richtig froh wenn ich morgen hier verschwinden kann. Für
mich ist Dubai sicherlich kein Urlaubsparadies. Irgendwie habe
ich den Eindruck als ob es hier nur Hochhäuser, Shopping Centre,
Hotels und sonstige Dinge gibt die man auch anderswo auf der Welt
haben kann. Fazit: Ich habe Dubai gesehen, drei Tage waren fast
zu viel und ich brauch nie wieder zu kommen.
18. Tag (11. Oktober)
Ich stehe früh auf, da mein Flug bereits morgens um 7.00Uhr
die Stadt verlässt. Nach einem kurzen, angenehmen Flug lande die
ich wieder in Deutschland und bin kurz darauf wieder zuhause.
Somit geht ein erlebnisreicher und exotischer Urlaub zu Ende.
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