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26.
Tag (12. November)
Heute
ging es wieder früh aus den Federn. Wir packen unsere Sachen
zusammen und fahren nach dem Frühstück zum Flughafen
raus. Es ist
ein langweiliger Flughafen und so vergehen die zwei Stunden bis zum
Flug recht zäh. Unser Flug nach Salvador de Bahia verlief
ruhig und
problemlos.
Wir
haben einen Transfer vom Flughafen zum Fährterminal. Dieser
verläuft problemlos und zu unserer Freude erfahren wir das es
heute
auch noch ein Boot nach Morro de Sao Paulo gibt, welches
früher als
geplant fährt. So müssen wir hier nicht so lange
warten und sind
früher dort. Zu uns stößt auch noch eine
nette Brasilianerin, die
uns für ein paar Tage nach Morro de Sao Paulo begleitet.
Als
wir Auslaufen scheint die Sonne vom strahlend blauen Himmel, das Meer
ist auch hier türkisfarben und Salvador zeigt sich von seiner
schönsten Seite. Die See ist leicht bewegt, aber die
zweistündige
Überfahrt ist trotzdem sehr angenehm. Als wir im autofreien
Städtchen ankommen mieten wir uns einen Träger, der
unser Gepäck
per Schubkarre transportiert. Wir durchqueren das recht belebte und
touristische Städtchen zu Fuß und erreichen nach
kurzer Zeit den
Platz an dem wir vom Hotel abgeholt werden. Die Fahrt in einem 4WD
braucht noch eine gute halbe Stunde bis wir unser Hotel erreichen. Es
handelt sich dabei um eine wunderschöne, von Palmen
eingerahmte
Anlage in der jeder Gast seinen eigenen Bungalow besitzt.
Nachdem
ich mich im riesigen Bungalow ausgebreitet hatte ging ich an den
Strand um im seichten Wasser ein wenig baden. Den Abend vor und nach
dem Besuch im Restaurant des Ressort habe ich in meiner eigenen
Hängematte vor dem Bungalow verbracht.
27.
Tag (13. November)
Es
ist ein wunderschöner Ort zum Entspannen und
genießen. Das habe ich heute auch gemacht. Nach dem
Frühstück
ging es für eine Weile an den Strand. Anschließend
habe ich
ausgiebig nach Fotomotiven gesucht, die es auch reichlich zu
entdecken gab um hinterher wieder am Strand auf der Liege zu landen.
Am
Nachmittag habe ich mich dazu aufgerafft nach Morro
de Sao Paulo zu fahren um mir das Städtchen mal näher
anzuschauen. Es ist bei den brasilianischen Touristen ein sehr
beliebtes Örtchen. So lief ich an den vielen Pousadas, Bars
und Restaurants den Strand
entlang. Ich habe mich auch hingesetzt und etwas gegessen und
getrunken. Als ich wieder im Dorf zurück war habe ich schnell
noch
in einem Internet Café Station gemacht.
Anschließend verpflanzte
ich mich in einen Bar wo ich den Blick auf den Sonnenuntergang
genossen habe. Auf dem Weg zurück zur Abholstelle habe ich
noch
schnell was gegessen um dann ins Hotel zurückgefahren zu
werden.
Den
Abend habe ich dann bei einem Buch in der Hängematte
ausklingen lassen.
28.
Tag (14. November)
Heute
nochmal ein Tag zum Entspannen. Nach dem
Frühstück ging es zurück in die
Hängematte, dann habe ich meinen
Körper auf die Liege am Strand verbracht, war etwas schwimmen
um
mich wieder in die Hängematte zu legen. Den Nachmittag
verbrachte
ich bei einer Siesta um danach noch ein wenig am Strand spazieren zu
gehen.
29.
Tag (15. November)
Nach
dem Frühstück habe ich noch die letzte
Gelegenheit genutzt um nochmal in Meer zu gehen. Dann habe ich
meinen Krempel wieder zusammengepackt und wir haben uns auf den Weg
zum Boot gemacht. Die Überfahrt zurück nach Salvador
de Bahia war
nicht so angenehm wie die Hinfahrt, da wir gegen die Dünung
laufen
mussten. Wir waren also alle froh als wir nach 2 ½ Stunden
wieder
in zurück waren.
Der
Transfer zu unserem Kolonialhotel in der Altstadt
funktionierte auch heute problemlos. Es zeigt sich jedoch beim Blick
aus dem Fenster das Salvador nicht ganz so sicher scheint. Einige
Häuser an denen wir vorbeifahren sind verfallen und an vielen
Stellen der Altstadt steht die Polizei. Das Hotel direkt an den
Sehenswürdigkeiten ist sehr schön und
versprüht ein ganz eigenes
Flair. Wir haben im Kolonialstil eingerichtete Zimmer, die sehr
gemütlich sind.
Ich
gehe noch schnell auf Fotosafari und werde natürlich
beim Verlassen des Hotels eindringlich davor gewarnt mit der Kamera
das Hotel zu verlassen. Ich passe auf und mache es trotzdem. Nach
20 Minuten bin ich wieder zurück und gehe danach noch ein paar
brasilianische Flip Flops kaufen.
Auch
am Abend, als es bereits Dunkel ist gehe ich noch
schnell ein paar Bilder schießen. Auch dieses Mal wieder im
Schnelldurchgang. Die Kamera wieder weggepackt gehen wir gleich dem
Hotel gegenüber in einem Restaurant essen und eine Caipirinha
trinken.
Es
herrscht noch Leben auf der Straße als wir wieder
heraustreten. Es ist Live Musik zu hören und die Leute sitzen
noch
auf der Straße. Als es jedoch Zeit wird verkrümeln
sich alle Leute
und wir merken das es nun auch für uns Zeit wird uns ins Hotel
zu
begeben.
30.
Tag (16. November)
Das
Eis in der Caipirinha gestern Abend war wohl nicht
in Ordnung. Habe heute Nacht ziemlich schlecht geschlafen und mir
was eingefangen. Vom leckeren Frühstück bekomme ich
keinen Bissen
hinunter. Nichtsdestotrotz geht es heute nach Manaus weiter. Der
Flug mit Zwischenlandung in Brasilia war lang und mir ging es nicht
besonders gut. Als wir endlich angekommen sind wurden wir am
Flughafen von unserem Guide der Amazonas Lodge in Empfang genommen. Wir
fuhren zuerst ins Büro um dort unser Gepäck zu
lagern. Denn es
ist nur mit leichtem Gepäck erlaubt in die Lodge zu fahren.
Wir
machen noch eine kleine Stadtrundfahrt, die mich in
meinem Zustand nicht gerade interessiert. Am Rio Negro angekommen
geht es anschließend aufs Boot. Der Fluss führt
niedrig Wasser und
ist trotzdem gewaltig breit. Es liegen mehrere große
Seeschiffe vor
Anker, dabei befinden wir uns 1.600Km von der Küste entfernt.
Schon allein diese Tatsache zeigt die gewaltigen Ausmaße
dieses
Flusssystems.
Wir
besteigen einen kleinen Amazonas Dampfer und fahren
flussabwärts, wo der Rio Negro auf den Amazonas trifft und der
Fluss
noch viel breiter wird, den der Rio Negro ist der wasserreichste und
größte Nebenfluss der Erde. Das schwarze Wasser des
Rio Negro und
das hellbraune des Amazonas fließen eine ganze Strecke
nebeneinander
und mischen sich nicht, so dass wir die Grenze der Wassermassen mit
dem Boot mehrfach durchfahren können.
Nach
etwa 1 ½ Stunden legen wir am Ufer an und steigen
in motorisierte Kanus um. Von hier aus fahren wir einen Nebenfluss
hinauf in den Amazonas Dschungel hinein. Wir geraten in einen
Regenschauer und meine Stimmung sinkt gegen Null. Die Landschaft ist
zwar schön und die tiefstehende Sonne taucht die Landschaft in
ein
angenehmes Licht, aber wir haben niedrig Wasser und müssen
deshalb
mehrfach das Kanu über den Sand schieben. Knapp vor
Sonnenuntergang
kommen wir endlich an der Lodge an. Ich fühle mich immer noch
elend
und will eigentlich nur noch eines, ins Bett. Ich raffe mich aber
trotzdem noch auf zwei Bananen und eine Handvoll trockenen Reis zu
essen.
31.
Tag (17. November)
Nach
einer angenehmen Nacht und einem Frühstück
fühle
ich mich deutlich besser, so dass ich an den angebotenen
Dschungelausflug heute morgen teilnehme. Wir begeben uns zu
Fuß auf
eine Wanderung durch das dichte Grün. Nach nur ein paar Metern
verliere ich schon die Orientierung und folge einfach nur noch
unserem Guide. Uns wird jede Menge über die Tier- und
Pflanzenwelt
des Amazonas erklärt. Es ist sehr interessant und ich
höre auch
gespannt zu, nur leider habe ich fast alles wieder vergessen, als wir
nach einer anstrengenden Runde total verschwitzt wieder in der Lodge
zurück sind. An unser Highlight kann ich mich dann aber doch
noch
erinnern. Es handelte sich um die größte lebende
Spinne dieses
Planeten, die wir aus ihrem Versteck hervorlocken konnten. Sie hatte
die beachtliche Größe einer menschlichen Hand.
Erst
eine kühlende
Dusche und dann in die Hängematte zum Erholen. Es hat
angefangen
zur Regnen und ich habe die Augen zu gemacht. Dabei habe ich dann
das Mittagessen verpennt, war jedoch noch rechtzeitig wieder
fit um am Nachmittag einen Ausflug zu einem nahegelegenen Dorf zu
machen. Wir konnten uns ansehen wie die Einheimischen, die zum Teil
auch als Angestellte im Hotel arbeiten, hier wohnen. Die
Verhältnisse waren sehr einfach und in diesem Lichte erscheint
der
Luxus in der Lodge noch viel größer.
Sehr
nett war jedoch anzuschauen wie ein Junge mit einem
Faultier gespielt hat. Bei dessen Anblick und der Geschwindigkeit
seiner Bewegungen wurde sofort klar woher der Name wohl stammt.
Vom
Dorf aus durchstreifen wir den sogenannten
Schwemmwald zum Ufer des Flusses. Die Bäume um uns herum
stehen
mehr als ein halbes Jahr vollständig im Wasser. D.h. der
Wasserstand liegt ungefähr 15m höher, was man sich so
Ad-hoc gar
nicht vorstellen kann. Unser Reiseführer erklärt
dabei das die
Bäume hier eine ganz außergewöhnliche
Strategie entwickelt haben
um unter diesen Umständen zu überleben, und das
dieser Schwemmwald
nur im Amazonas Gebiet vorkommt. Wir sind beeindruckt. Am Ufer
angekommen machen wir noch einen Bootstour den Fluss hinauf. Wir
haben aber nicht gebadet, da es heute doch recht kühl ist.
Nach
dem Abendessen haben wir uns in der Dunkelheit noch
zu einer weiteren Bootstour auf gemacht um Krokodile zu sichten. Doch
leider haben wir heute nicht sehr viel Glück und
können nur
mit viel Mühe ein leuchtendes Augenpaar erblicken.
32.
Tag (18. November)
Wir
verbringen wieder einen angenehmen Tag im Dschungel. Es ist heute
deutlich wärmer geworden. Nach dem Frühstück
werde
wir dazu eingeladen einige Früchte des Dschungels
kennenzulernen. Die verschiedenen Formen und Farben sind ziemlich
erstaunlich, zumal
ich diese noch nie zuvor gesehen, geschweige denn deren Namen
gehört
habe.
Am
Morgen besuchen wir das Dorf auf der anderen Seite
der Lodge und gehen am Nachmittag mit dem Boot zum Piranhas fischen.
Doch leider sind die Fische heute viel zu clever und fressen nur das
Fleisch vom Haken, ohne das wir auch nur einen einzigen Piranha
fangen können. So geben wir ziemlich frustriert nach einer
Weile
auf und fahren zurück.
33.
Tag (19. November)
Auch
heute lassen wir den ganzen Tag wieder locker
angehen. Verbringen viel Zeit in der Hängematte,
genießen den
Sonnenschein und die reichlich vorhandene Wärme.
Ich
mache heute noch einmal eine Bootstour um zu
fotografieren und auch im Fluss baden zu gehen. Es ist herrlich und
macht viel Spaß. So haben wir unseren letzten Tag
vertrödelt und
ganz entspannt verbracht.
Am
Abend haben wir noch zusammen mit einigen Leute ein
paar Bier zum Abschied gezischt und uns zum letzten Mal in unsere,
nur mit Kerzen beleuchteten Bungalow zurückgezogen.
34.
Tag (20. November)
Nach
dem Frühstück packen wir unsere Sachen zusammen
und machen uns auf den Rückweg nach Manaus. Wir sind alle in
den
Booten und fahren bereits gut eine halbe Stunden den Fluss hinunter,
als mir sehr erschreckt einfällt das ich meinen Hut am Hacken
im
Bungalow habe hängen lassen. Es ist zu spät, wir
können nicht
mehr umdrehen. So bleibt mir nur noch die Hoffnung das die Lodge
meinen Hut, den ich nun bereits seit 14 Jahren auf jeder Reise dabei
hatte, nach Hause schickt.
Die
Fahrt den Fluss hinunter versuche ich trotzdem zu
genießen, zumal ich ja die Hinfahrt nicht wirklich
genießen konnte. Wir steigen wieder in den Amazonas Dampfer
um und fahren den
Amazonas hinauf. Dabei haben wir noch sehr viel Glück und
können
noch ein paar Amazonas Delfine erspähen, die freudig sich im
Wasser
tummeln. Wieder in Manaus zurück, und immer noch von den
Dimensionen des Flusses beeindruckt besteigen wir einen Bus, der uns
direkt zum Flughafen bringt. Martin und ich fliegen noch gemeinsam
nach Brasilia wo sich unsere Wege trennen. Er reist in den
Süden
weiter, während ich mich auf den Rückweg nach Europa
mache.
35.
Tag (21. November)
Nach
einem erträglichen Rückflug trete ich gegen
Nachmittag aus dem Flughafengebäude in die bitter kalte,
winterliche
Luft hinaus und muss erkennen, dass ich wieder zu Hause bin.
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